Frauen und Teilzeitbeschäftigte: Retter der Sozialversicherungssysteme?
Zusammenfassung In dieser Studie untersucht Johannes Rausch mithilfe eines Simulationsmodells im Szenarienvergleich, wie sich die Mobilisierung ungenutzten Arbeitsmarktpotenzials von Frauen und Teilzeitbeschäftigten auf die umlagefinanzierten Sozialversicherungssysteme in Deutschland auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen die demografisch bedingten Finanzierungsprobleme zwar nicht lösen kann, den Finanzierungsdruck jedoch moderat reduziert. Größere Entlastungspotenziale bietet dagegen eine Verringerung der hohen Teilzeitquote, insbesondere für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Für die Rentenversicherung bleibt der Beitragssatz bei einer Reduktion der Teilzeitbeschäftigung hingegen weitgehend unverändert, da höhere Arbeitseinkommen über den Rentenanpassungsmechanismus zunächst den Rentenempfängern zugutekommen. Beide Verhaltensänderungen erhöhen die eigenständigen Rentenanwartschaften von Frauen und dürften damit langfristig den „Gender Pension Gap“ verringern.
Authors
- Johannes Rausch (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-9409-4401)
Publication Details
- Journal
- Perspektiven der Wirtschaftspolitik
- Published
- 2026-10-06
- DOI
- https://doi.org/10.1515/pwp-2026-0016
- Primary Topic
- Gender, Labor, and Family Dynamics
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
- 0.00