Essays on Refugee Migration, Networks and Labor Market Integration
Nach der Humankapitaltheorie migrieren Menschen, wenn der erwartete Nutzen die monetären und nicht-monetären Kosten der Migration übersteigt. Diese Dissertation untersucht in drei Kapiteln die Migrationsepisoden zugrunde liegenden Investitionsentscheidungen sowie die darauffolgende Arbeitsmarktintegration. Zentrale Erkenntnis ist, dass die Arbeitsmarktintegration vom Zusammenspiel individueller Merkmale, institutioneller Strukturen und sozialer Kontexte abhängt. Kapitel 2 untersucht, wie sich eine Verringerung der Migrationskosten auf die Selbstselektion von nach Deutschland Migrierenden auswirkt. Kapitel 3 untersucht die Rolle der Aufnahmegesellschaft für die Integration. Während fremdenfeindliche Einstellungen der lokalen Bevölkerung den Druck auf zugewanderte Geflüchtete erhöht sich zu integrieren, führen diese Bemühungen aufgrund von Diskriminierung nicht zu einer verbesserten Arbeitsmarktintegration. Kapitel 4 zeigt, wie Persönlichkeitsmerkmale die Sekundärmigration von Geflüchteten (die regionale Mobilität nach der Ankunft in den Zielländern) beeinflusst. Geflüchtete mit interner Kontrollüberzeugung wählen ihren Wohnort systematisch in Regionen mit einem geringen Bevölkerungsanteil von Geflüchteten, insbesondere um bei der Jobsuche durch Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung zu profitieren. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse dieser Dissertation die Notwendigkeit eines mehrstufigen Ansatzes bei der Ausgestaltung effektiver Integrationspolitiken durch die Verbesserung institutioneller Rahmenbedingungen, den Abbau von Diskriminierung und die Berücksichtigung individueller Charakteristika von Zugewanderten.
Authors
- Philipp Jaschke (ORCID: https://orcid.org/0000-0003-3880-6520)
Publication Details
- Journal
- edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
- Published
- 2026-09-25
- DOI
- https://doi.org/10.18452/38949
- Primary Topic
- Migration and Labor Dynamics
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
- 0.00