Restoring European bison in contemporary landscapes: Linking habitat ecology, population recovery and rewilding potential
Wiederansiedlungen sollen ausgestorbene Populationen und Prozesse wiederherstellen. Zurückkehrende Arten besetzen nach Arealverlusten nur einen Teil ihrer Nische, was die Abschätzung ihres Potenzials erschwert. Zudem werden sie in veränderte Landschaften entlassen, die historischen Zuständen kaum entsprechen. Monitoring könnte Fortschritte erfassen und Management steuern, wird aber oft unzureichend umgesetzt. Wiederansiedlungen können so scheitern oder Populationen mit ungewissen Folgen hervorbringen. Diese Dissertation untersucht am Europäischen Wisent (Bison bonasus) Chancen und Herausforderungen der Megafauna-Wiederherstellung in Europa anhand dreier Fragen: (1) Was kennzeichnet geeignete Habitate und wo liegen sie? (2) Wie etablieren wiederangesiedelte Wisente Populationen und nutzen anthropogene Landschaften? (3) In welchem Umfang können sie ökologische Funktionen wiederherstellen? GPS-Telemetriedaten aus 22 Populationen wurden zusammengeführt, um Habitatpräferenzen und Habitateignung zu bewerten. Anschließend wurde eine Wiederansiedlung in den südwestlichen Karpaten untersucht, um Etablierung, Monitoringindikatoren, Raumnutzung und biogeochemische Auswirkungen zu analysieren. Europäische Wisente sind Habitatgeneralisten, und in Europa besteht Wiederherstellungspotenzial. Es ist besonders in ressourcenreichen Landschaften ausgeprägt, setzt jedoch Koexistenzbedingungen voraus, vor allem nahe Ackerflächen. Dort etablierten und reproduzierten sich die Wisente, erweiterten ihr Areal, koexistierten mit menschlicher Nutzung und beeinflussten die Kohlenstoffdynamik in Grasland-Wald-Mosaiken. Ökologische Erkenntnisse, Monitoring und Koexistenzstrategien sind nötig, um Potenziale in tragfähige Megafauna-Erholung zu überführen. Wiederansiedlungen sollten zunächst als langfristiger Prozess der Populationspersistenz verstanden werden; ökologische Funktionen sind nachgeordnet. Erfolgreiche Wisent-Wiederansiedlungen hängen trotz günstiger Umweltbedingungen von Koexistenz ab.
Authors
- Gabriele Retez (ORCID: https://orcid.org/0009-0000-4602-6829)
Publication Details
- Journal
- edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
- Published
- 2026-09-16
- DOI
- https://doi.org/10.18452/38169
- Primary Topic
- Forest Ecology and Biodiversity Studies
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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