Patterns of Anti-Vietnamese Radicalism: Cross-Factional Dynamics Among Cambodian Elites in the Fields of Power, 1993 - Present

Die vorliegende Dissertation bietet eine eingehende Analyse anti-vietnamesischer Narrative in der kambodschanischen Eliten seit der UNTAC-Friedensmission (1993–heute). Obwohl anti-vietnamesische Rhetoriken ein zentrales Merkmal kambodschanischer Elitepolitik ist, wurde sie bislang nur begrenzt systematisch-empirisch untersucht. Die vorliegende Studie schließt diese Lücke, indem sie die persistierende und zugleich sich wandelnde Natur anti-vietnamesischer Narrative beleuchtet, gegenwärtige Ausdrucksformen in ihren historischen Ursprüngen zurückverfolgt und deren Genese über den Analysezeitraum hinweg in verschiedenen Elitefraktionen untersucht. Methodisch basiert die Arbeit auf sechzig Interviews mit Mitgliedern der Elite und anderen Diskursfragmenten, die mittels der Diskursnetzwerkanalyse (DNA) ausgewertet wurden. Die Methode gewährt einen einzigartigen Einblick in die Mechanismen elitenbasierter Fremdenfeindlichkeit. Die Befunde zeigen dabei erhebliche Varianzen in der Artikulation dieser Positionen: So äußern Oppositionsakteure und Mitglieder der Königsfamilie die radikalste Rhetorik, während regierende Eliten tendenziell moderatere Haltungen einnehmen. Die Diskurse von Eliten in Medien, NGOs und Wissenschaft spiegeln im Wesentlichen ihre jeweilige politische Ausrichtung wider. Diese Muster werden sowohl von makrostrukturellen Faktoren – wie wahrgenommenen Gruppendrohungen und strukturellen Asymmetrien in den Beziehungen zwischen Kambodscha und Vietnam – als auch von mikrosozialen Dynamiken beeinflusst, darunter persönliche Wendepunkte und Erfahrungen relativer Deprivation. Indem die Studie diese Entwicklung über mehrere Sphären hinweg nachzeichnet, bereichert sie das wissenschaftliche Verständnis von Nationalismus, Elitenpolitik und den internationalen Beziehungen Südostasiens. Sie zeigt, dass Fremdenfeindlichkeit nicht nur als statisches Erbe fortbesteht, sondern als strategisches und adaptives Instrument in fragilen demokratischen Kontexten.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-09-14
DOI
https://doi.org/10.18452/38647
Primary Topic
Cambodian History and Society
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
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SEP
article

Patterns of Anti-Vietnamese Radicalism: Cross-Factional Dynamics Among Cambodian Elites in the Fields of Power, 1993 - Present

Ratanak Khun
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Cambodian History and Society
article

Patterns of Anti-Vietnamese Radicalism: Cross-Factional Dynamics Among Cambodian Elites in the Fields of Power, 1993 - Present

Ratanak Khun
article en

Abstract

Die vorliegende Dissertation bietet eine eingehende Analyse anti-vietnamesischer Narrative in der kambodschanischen Eliten seit der UNTAC-Friedensmission (1993–heute). Obwohl anti-vietnamesische Rhetoriken ein zentrales Merkmal kambodschanischer Elitepolitik ist, wurde sie bislang nur begrenzt systematisch-empirisch untersucht. Die vorliegende Studie schließt diese Lücke, indem sie die persistierende und zugleich sich wandelnde Natur anti-vietnamesischer Narrative beleuchtet, gegenwärtige Ausdrucksformen in ihren historischen Ursprüngen zurückverfolgt und deren Genese über den Analysezeitraum hinweg in verschiedenen Elitefraktionen untersucht. Methodisch basiert die Arbeit auf sechzig Interviews mit Mitgliedern der Elite und anderen Diskursfragmenten, die mittels der Diskursnetzwerkanalyse (DNA) ausgewertet wurden. Die Methode gewährt einen einzigartigen Einblick in die Mechanismen elitenbasierter Fremdenfeindlichkeit. Die Befunde zeigen dabei erhebliche Varianzen in der Artikulation dieser Positionen: So äußern Oppositionsakteure und Mitglieder der Königsfamilie die radikalste Rhetorik, während regierende Eliten tendenziell moderatere Haltungen einnehmen. Die Diskurse von Eliten in Medien, NGOs und Wissenschaft spiegeln im Wesentlichen ihre jeweilige politische Ausrichtung wider. Diese Muster werden sowohl von makrostrukturellen Faktoren – wie wahrgenommenen Gruppendrohungen und strukturellen Asymmetrien in den Beziehungen zwischen Kambodscha und Vietnam – als auch von mikrosozialen Dynamiken beeinflusst, darunter persönliche Wendepunkte und Erfahrungen relativer Deprivation. Indem die Studie diese Entwicklung über mehrere Sphären hinweg nachzeichnet, bereichert sie das wissenschaftliche Verständnis von Nationalismus, Elitenpolitik und den internationalen Beziehungen Südostasiens. Sie zeigt, dass Fremdenfeindlichkeit nicht nur als statisches Erbe fortbesteht, sondern als strategisches und adaptives Instrument in fragilen demokratischen Kontexten.

edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Reduced inequalities
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