Was bleibt, was wird?
Zusammenfassung Die Friedensbewegung in Deutschland befindet sich in einem bedauernswerten Zustand. Das liegt zum einen daran, dass der Krieg Russlands zu gravierenden Verschiebungen im gesellschaftlichen Bewusstsein geführt hat. Weltbilder und lange gehegte Sicherheiten wurden zerstört, das Denken in den Kategorien militärischer Stärke erlebt eine Renaissance. Das erklärt jedoch nicht alleine die Schwäche der Friedensbewegung. Vielmehr ist es ihr bis heute nicht gelungen, eine einheitliche und überzeugende Haltung zum russischen Angriffskrieg zu entwickeln. Das liegt daran, dass ein nicht unrelevanter Teil ein eher taktisches Verständnis von Pazifismus und Antimilitarismus hat. Wer jedoch einst – zurecht – „Amis raus aus Vietnam“ oder „Amis raus aus Irak“ gerufen hat, aber heute nicht bereit ist, auch „Russland raus aus der Ukraine“ zu fordern, verliert seine moralische Glaubwürdigkeit. Das wirkt sich negativ und damit demobilisierend auf die gesamte Friedensbewegung aus.
Authors
- Pascal Beucker
Publication Details
- Journal
- Forschungsjournal Soziale Bewegungen
- Published
- 2026-09-09
- DOI
- https://doi.org/10.1515/fjsb-2026-3004
- Primary Topic
- European and Russian Geopolitical Military Strategies
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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