Religion und Polarisierung

Abstract Der Beitrag entwickelt die These, dass mit „Polarisierung“ eine Konstellation bezeichnet werden kann, in der sich Wertkonflikte institutioneller und verfahrensförmiger Bearbeitung entziehen. Im Anschluss an Max Weber entwickeln wir eine konflikttheoretische Perspektive, die Polarisierung nicht primär über das Ausmaß ideologischer oder affektiver Gegensätze bestimmt, sondern darüber, wie Konflikte institutionell gebunden und ausgetragen werden. Im Zentrum steht die Frage, ob Konflikte an eine Ordnung gebunden sind, die ihre Mittel begrenzt und Wertansprüche in verfahrensfähige Kriterien übersetzt. Idealtypisch unterscheidet der Beitrag zwei Modi der Konkurrenz – geregelte und ungeregelte Konkurrenz – sowie Gewalt als Grenzfall. Am Beispiel des protestantischen Feldes der Vereinigten Staaten wird gezeigt, wie institutionelle Veränderungen die Austragung religiöser Konflikte verändern. Polarisierung zeigt sich dabei in symbolischen Grenzziehungen, moralischer Delegitimierung und Reinheitssemantiken, durch die Gegensätze zugespitzt und verfahrensförmiger Bearbeitung entzogen werden.

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Journal
Zeitschrift für Religionswissenschaft
Published
2026-08-25
DOI
https://doi.org/10.1515/zfr-2026-0013
Primary Topic
Religion and Society Interactions
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
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Religion und Polarisierung

Insa Pruisken, Thomas Kern
Zeitschrift für Religionswissenschaft
Religion and Society Interactions
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Religion und Polarisierung

Insa Pruisken, Thomas Kern
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Abstract

Abstract Der Beitrag entwickelt die These, dass mit „Polarisierung“ eine Konstellation bezeichnet werden kann, in der sich Wertkonflikte institutioneller und verfahrensförmiger Bearbeitung entziehen. Im Anschluss an Max Weber entwickeln wir eine konflikttheoretische Perspektive, die Polarisierung nicht primär über das Ausmaß ideologischer oder affektiver Gegensätze bestimmt, sondern darüber, wie Konflikte institutionell gebunden und ausgetragen werden. Im Zentrum steht die Frage, ob Konflikte an eine Ordnung gebunden sind, die ihre Mittel begrenzt und Wertansprüche in verfahrensfähige Kriterien übersetzt. Idealtypisch unterscheidet der Beitrag zwei Modi der Konkurrenz – geregelte und ungeregelte Konkurrenz – sowie Gewalt als Grenzfall. Am Beispiel des protestantischen Feldes der Vereinigten Staaten wird gezeigt, wie institutionelle Veränderungen die Austragung religiöser Konflikte verändern. Polarisierung zeigt sich dabei in symbolischen Grenzziehungen, moralischer Delegitimierung und Reinheitssemantiken, durch die Gegensätze zugespitzt und verfahrensförmiger Bearbeitung entzogen werden.

Zeitschrift für Religionswissenschaft
Hochschule Bremen (DE), University of Bremen (DE)
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Religion and Society Interactions
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