Deverbal verb derivation in Old Lithuanian texts from 16th-century Prussia

Das Ziel dieser Dissertation ist die Analyse der verschiedenen morphologischen und semantischen Muster von Verbalableitungen, um eine abgeschlossene Gruppe von Verbalableitungsklassen in den altlitauischen Texten zu ermitteln, die bis zum Jahr 1600 im Herzogtum Preußen verfasst wurden. Die Studie umfasst 3.811 Tokens, bestehend aus 822 Typen, von denen 130 primäre und 689 abgeleitete Typen sind, mit drei ungewissen Fällen. Das Hauptergebnis der Untersuchung ist das System der Aktionsarten (actional classes) im Altlitauischen, das auf der Veränderung der Semantik und/oder Valenz basiert, die mit einer morphologischen Veränderung im Vergleich zum Basisverb einhergeht: Ingressiva, Momentanverben, Delimitativa, Resultativa, Iterativa, Kausativa und Kurativa sowie die verschiedenen Klassen der morphologischen Reflexiva. Die Unterscheidung zwischen den semantischen Faktoren Telizität und Boundendess (Begrenztheit) ist im Altlitauischen von wesentlicher Bedeutung. Atelische Verben haben keinen inhärenten Endpunkt (z. B. ‘essen’, ‘gehen’), während telische Verben einen solchen haben (z. B. ‘aufessen’). Begrenzte Verben bezeichnen Handlungen mit einer zeitlichen oder räumlichen Begrenzung, die im Gegensatz zum inhärenten Endpunkt steht, z. B. ‘eine Weile gehen’, ‘eine kurze Strecke gehen’, im Gegensatz zum einfachen Verb ‘gehen’, das keine solche Begrenzung aufweist. Die Merkmale bounded und unbounded entsprechen semantisch den aus den slawischen Sprachen bekannten Merkmalen Perfektiv und Imperfektiv. Obwohl Telizität und Begrenztheit meist zusammenfallen, beruht die semantische Nuance der delimitativen Verben ausschließlich auf dem Kontrast in der Begrenztheit und einige intuitiv telisch wirkende Verben sind atelisch-begrenzt, wohingegen deren Resultativen telisch-begrenzt sind.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-07-27
DOI
https://doi.org/10.18452/37908
Primary Topic
Education, Leadership, and Health Research
Type
article
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Deverbal verb derivation in Old Lithuanian texts from 16th-century Prussia

Otso Vanhala
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Education, Leadership, and Health Research
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Deverbal verb derivation in Old Lithuanian texts from 16th-century Prussia

Otso Vanhala
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Abstract

Das Ziel dieser Dissertation ist die Analyse der verschiedenen morphologischen und semantischen Muster von Verbalableitungen, um eine abgeschlossene Gruppe von Verbalableitungsklassen in den altlitauischen Texten zu ermitteln, die bis zum Jahr 1600 im Herzogtum Preußen verfasst wurden. Die Studie umfasst 3.811 Tokens, bestehend aus 822 Typen, von denen 130 primäre und 689 abgeleitete Typen sind, mit drei ungewissen Fällen. Das Hauptergebnis der Untersuchung ist das System der Aktionsarten (actional classes) im Altlitauischen, das auf der Veränderung der Semantik und/oder Valenz basiert, die mit einer morphologischen Veränderung im Vergleich zum Basisverb einhergeht: Ingressiva, Momentanverben, Delimitativa, Resultativa, Iterativa, Kausativa und Kurativa sowie die verschiedenen Klassen der morphologischen Reflexiva. Die Unterscheidung zwischen den semantischen Faktoren Telizität und Boundendess (Begrenztheit) ist im Altlitauischen von wesentlicher Bedeutung. Atelische Verben haben keinen inhärenten Endpunkt (z. B. ‘essen’, ‘gehen’), während telische Verben einen solchen haben (z. B. ‘aufessen’). Begrenzte Verben bezeichnen Handlungen mit einer zeitlichen oder räumlichen Begrenzung, die im Gegensatz zum inhärenten Endpunkt steht, z. B. ‘eine Weile gehen’, ‘eine kurze Strecke gehen’, im Gegensatz zum einfachen Verb ‘gehen’, das keine solche Begrenzung aufweist. Die Merkmale bounded und unbounded entsprechen semantisch den aus den slawischen Sprachen bekannten Merkmalen Perfektiv und Imperfektiv. Obwohl Telizität und Begrenztheit meist zusammenfallen, beruht die semantische Nuance der delimitativen Verben ausschließlich auf dem Kontrast in der Begrenztheit und einige intuitiv telisch wirkende Verben sind atelisch-begrenzt, wohingegen deren Resultativen telisch-begrenzt sind.

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