On the conflict between nonlocality and relativity
Das Bellsche Theorem zeigt, dass realistische Deutungen der Quantentheorie unter plausiblen Annahmen nichtlokal sein müssen. Kausale Einflüsse zwischen raumartig getrennten Ereignissen scheinen jedoch im Widerspruch zur speziellen Relativitätstheorie zu stehen. Während relativistische objektive Kollapsmodelle gezeigt haben, dass Nichtlokalität mit einer physikalisch sinnvollen Auffassung von Relativität prinzipiell vereinbar ist, bleibt die genaue Natur dieses Konflikts unklar. Die vorliegende Arbeit klärt dieses Problem, indem ein Argument von Nicolas Gisin mithilfe kausaler Modelle verallgemeinert wird. Das so gewonnene No-Go-Theorem präzisiert den Konflikt zwischen Nichtlokalität und relativistischen Prinzipien. Aufbauend auf diesem Resultat wird die Möglichkeit nichtlokaler und relativistischer kausaler Erklärungen des Bell-Szenarios untersucht. Insbesondere wird ein Eindeutigkeitssatz bewiesen, der unter natürlichen Annahmen nur eine einzige Erklärung des Bell-Szenarios als möglich identifiziert. Es zeigt sich, dass diese Erklärung mit der von relativistischen Kollapsmodellen, wie etwa rGRWf, gelieferten Beschreibung übereinstimmt. Diese Ergebnisse legen eine Sicht auf Quantenphänomene nahe, in der Nichtlokalität und Relativität miteinander vereinbar sind. Sie setzt objektiven Indeterminismus voraus, bewahrt die Lorentz-Invarianz kausaler Verbindungen, aber macht die Richtung nichtlokaler Einflüsse vom Bezugssystem abhängig, wodurch retrokausale Verursachung vermieden wird.
Authors
- Felix Rutzinger
Publication Details
- Journal
- University of Vienna
- Published
- 2026-07-01
- DOI
- https://doi.org/10.25365/thesis.81337
- Primary Topic
- Quantum Mechanics and Applications
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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