Faktorverfahren statt Steuerklassen III und V: Verbesserte Arbeitsanreize ohne Liquiditätsentzug

Zusammenfassung Die Politik sucht nach Antworten auf den Fach- und Arbeitskräftemangel in der deutschen Wirtschaft – und hat dafür vor allem Steueranreizinstrumente im Blick. Leonie Koch, Andreas Peichl, Nadine Riedel und Ida Zinke wenden dagegen ein, dass es fiskalisch günstiger sei und Komplexitätsaufbau vermeide, Beschäftigungshemmnisse innerhalb des bestehenden Steuersystems abzubauen. Ein relevantes Hindernis sei der Lohnsteuervorabzug der Steuerklassen III/V: Zweitverdienende unterliegen hier hohen Grenz- und Durchschnittssteuerbelastungen. Ein verpflichtender Wechsel in die individuelle Lohnbesteuerung (Steuerklasse IV) würde die Steuerbelastung Zweitverdienender senken, ginge allerdings – wie in diesem Beitrag empirisch dokumentiert – mit relevanten unterjährigen Liquiditätseinbußen einher, gerade für Haushalte in der Mitte und am unteren Ende der Einkommensverteilung. Das spreche dafür, die optionale Berücksichtigung des Splittingsvorteils im Lohnsteuervorabzug zu erhalten. Ein automatisiertes Faktorverfahren, das am Vorjahreseinkommen anknüpft, sei hierbei vorteilhafter als eine Abbildung des Splittingvorteils über die Steuerklassen III/V: Die Steuerbelastung von Zweitverdienenden sei geringer und der Splittingvorteil werde selbst bei Einkommensschwankungen genauer approximiert.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
Perspektiven der Wirtschaftspolitik
Published
2026-06-30
DOI
https://doi.org/10.1515/pwp-2026-0002
Primary Topic
German Economic Analysis & Policies
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
|||
ALL TIME
JAN
FEB
MAR
APR
MAY
JUN
JUL
AUG
SEP
OCT
article

Faktorverfahren statt Steuerklassen III und V: Verbesserte Arbeitsanreize ohne Liquiditätsentzug

Andreas Peichl, Ida Zinke, Leonie Koch, Nadine Riedel
Perspektiven der Wirtschaftspolitik
German Economic Analysis & Policies
article

Faktorverfahren statt Steuerklassen III und V: Verbesserte Arbeitsanreize ohne Liquiditätsentzug

Andreas Peichl, Ida Zinke, Leonie Koch, Nadine Riedel
article en

Abstract

Zusammenfassung Die Politik sucht nach Antworten auf den Fach- und Arbeitskräftemangel in der deutschen Wirtschaft – und hat dafür vor allem Steueranreizinstrumente im Blick. Leonie Koch, Andreas Peichl, Nadine Riedel und Ida Zinke wenden dagegen ein, dass es fiskalisch günstiger sei und Komplexitätsaufbau vermeide, Beschäftigungshemmnisse innerhalb des bestehenden Steuersystems abzubauen. Ein relevantes Hindernis sei der Lohnsteuervorabzug der Steuerklassen III/V: Zweitverdienende unterliegen hier hohen Grenz- und Durchschnittssteuerbelastungen. Ein verpflichtender Wechsel in die individuelle Lohnbesteuerung (Steuerklasse IV) würde die Steuerbelastung Zweitverdienender senken, ginge allerdings – wie in diesem Beitrag empirisch dokumentiert – mit relevanten unterjährigen Liquiditätseinbußen einher, gerade für Haushalte in der Mitte und am unteren Ende der Einkommensverteilung. Das spreche dafür, die optionale Berücksichtigung des Splittingsvorteils im Lohnsteuervorabzug zu erhalten. Ein automatisiertes Faktorverfahren, das am Vorjahreseinkommen anknüpft, sei hierbei vorteilhafter als eine Abbildung des Splittingvorteils über die Steuerklassen III/V: Die Steuerbelastung von Zweitverdienenden sei geringer und der Splittingvorteil werde selbst bei Einkommensschwankungen genauer approximiert.

Perspektiven der Wirtschaftspolitik
Ifo Institute for Economic Research (DE), University of Münster (DE), Deutsche Rentenversicherung Bund (DE), Ludwig-Maximilians-Universität München (DE)
Decent work and economic growth
Openalex Percentile: Top 4%
German Economic Analysis & Policies
AI Navigator

Ask Laika to Summarize, Analyze, and Connect papers live on the map.

Summarize Papers & Methodologies

Extract key findings, datasets, and comparative methods across publications.

Benchmark Rankings & Visual Analytics

Rank top research institutions, authors, funders, topics, and journals by Field-Weighted Citation Impact (FWCI) and paper volume with instant charts.

Connect Distant Disciplines

Bridge topological clusters on the map to find hidden collaborative intersections.