Autor-Leser-Interaktion in wissenschaftlichen Texten: Eine deskriptive linguistische Analyse

Die Bedeutung der Sprache als grundlegendes Medium zur Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse ist bereits nicht zu bestreiten, da durch wissenschaftliche Aktivitäten gewonnene Erkenntnisse schließlich mittels sprachlicher Texte mit der Diskussionsgemeinschaft geteilt werden. Wenn es von der Wissenschaft als Tätigkeit die Rede ist, rufen sich Begriffe wie Objektivität, Distanziertheit, Klarheit, Sachbezogenheit nicht zu Unrecht - hervor. Es gehört in dieser Hinsicht freilich den gängigen Erwartungen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse durch eine möglichst distanzierte und objektive Untersuchung und Analyse des behandelten Sachverhalts gewonnen werden. Dementsprechend herrscht die Auffassung vor, dass wissenschaftliche Texte in ihrem Sprachgebrauch so objektiv, klar und präzise wie möglich sein und zu diesem Zweck vielmehr anonymisierte Formen und Strukturen verwenden sollten. Dies führt jedoch zu der etwas fragwürdigen Annahme, dass der Verfasser eines wissenschaftlichen Textes imText völlig verborgen bleiben müsste. Wie mehrere linguistische Studien seit etwa der letzten 40 Jahren allerdings zeigen, die sich mit stilistischen Mitteln in wissenschaftlichen Texten befassen, ist bekannt, dass der Autor eines wissenschaftlichen Textes durch bestimmte sprachliche Präferenzen für Sprachggebrauch des Textes sich selbst zeigt und nicht zuletzt sprachliche Mittel einsetzt, die auch die Präsenz des Textrezipienten implizieren, wodurch der wissenschaftliche Text einen gewissermaßen dialogischen sowie interaktionalen Charakter gewinnt. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die sprachlichen Formen und Strukturen, die die Interaktion zwischen dem Autor und dem Leser in wissenschaftlichen Texten indizieren, anhand von einem ausgewählten deutschen Gesamtkorpus, das aus 6 literaturwissenschaftlichen Artikeln im Germanistikbereich besteht, unter Verwendung ausgewählter linguistischen Kriterien zu untersuchen.

Authors

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Publication Details

Journal
Litera:dil,edebiyat ve kültür araştırmaları dergisi
Published
2026-06-30
DOI
https://doi.org/10.26650/litera2026-1814981
Primary Topic
Linguistic research and analysis
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
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article

Autor-Leser-Interaktion in wissenschaftlichen Texten: Eine deskriptive linguistische Analyse

Barış Konukman
Litera:dil,edebiyat ve kültür araştırmaları dergisi
Linguistic research and analysis
article

Autor-Leser-Interaktion in wissenschaftlichen Texten: Eine deskriptive linguistische Analyse

Barış Konukman
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Abstract

Die Bedeutung der Sprache als grundlegendes Medium zur Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse ist bereits nicht zu bestreiten, da durch wissenschaftliche Aktivitäten gewonnene Erkenntnisse schließlich mittels sprachlicher Texte mit der Diskussionsgemeinschaft geteilt werden. Wenn es von der Wissenschaft als Tätigkeit die Rede ist, rufen sich Begriffe wie Objektivität, Distanziertheit, Klarheit, Sachbezogenheit nicht zu Unrecht - hervor. Es gehört in dieser Hinsicht freilich den gängigen Erwartungen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse durch eine möglichst distanzierte und objektive Untersuchung und Analyse des behandelten Sachverhalts gewonnen werden. Dementsprechend herrscht die Auffassung vor, dass wissenschaftliche Texte in ihrem Sprachgebrauch so objektiv, klar und präzise wie möglich sein und zu diesem Zweck vielmehr anonymisierte Formen und Strukturen verwenden sollten. Dies führt jedoch zu der etwas fragwürdigen Annahme, dass der Verfasser eines wissenschaftlichen Textes imText völlig verborgen bleiben müsste. Wie mehrere linguistische Studien seit etwa der letzten 40 Jahren allerdings zeigen, die sich mit stilistischen Mitteln in wissenschaftlichen Texten befassen, ist bekannt, dass der Autor eines wissenschaftlichen Textes durch bestimmte sprachliche Präferenzen für Sprachggebrauch des Textes sich selbst zeigt und nicht zuletzt sprachliche Mittel einsetzt, die auch die Präsenz des Textrezipienten implizieren, wodurch der wissenschaftliche Text einen gewissermaßen dialogischen sowie interaktionalen Charakter gewinnt. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die sprachlichen Formen und Strukturen, die die Interaktion zwischen dem Autor und dem Leser in wissenschaftlichen Texten indizieren, anhand von einem ausgewählten deutschen Gesamtkorpus, das aus 6 literaturwissenschaftlichen Artikeln im Germanistikbereich besteht, unter Verwendung ausgewählter linguistischen Kriterien zu untersuchen.

Litera:dil,edebiyat ve kültür araştırmaları dergisiVol. 36(1)
Istanbul University (TR)
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Linguistic research and analysis
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