Expanding to the World? The Strategic Geographies of French Branch Campuses

Diese kumulative Dissertation untersucht die räumlichen Expansionsstrategien französischer Hochschulen, insbesondere der Grandes Écoles (Business Schools und Ingenieurhochschulen), aus einer kulturökonomisch-geographischen Perspektive. Im Zentrum steht die Rolle geographischer Imaginationen bei Investitionen in Zweigstellen-Campusse. Diese werden anhand qualitativer Methoden untersucht, die auf Interviews, einem Mapping von Zweigstellen und der Analyse von Policy-Dokumenten, Hochschulberichten und Werbematerial beruhen. Die Ergebnisse zeigen die Rolle der folgenden drei räumlichen Imaginationen in den Strategien französischer Hochschulen: a) postkoloniale Imaginationen, da Auslandscampusse in Afrika eingesetzt werden, um die Reputation französischer Hochschulen, die auf neokolonialen Verhältnissen beruht, zu nutzen und zugleich die Migration nach Frankreich zu regulieren; b) urbane Imaginationen, denn französische Business Schools nutzen Auslandscampusse in europäischen Hauptstädten strategisch, um sich das Image dieser Standorte zunutze zu machen; c) Imaginationen der Peripherie, indem Grandes Écoles von außerhalb Paris (von der sogenannten Province) inländische Expansion nutzen, um als peripher geltende Herkunftsorte zu verbergen. Insgesamt zeigt die Dissertation, wie postkoloniale Asymmetrien und die ungleiche Reputationsgeographie von Städten und Regionen die Vorstellungen von einer globalen Universität und ihre Umsetzung prägen. Zugleich wird deutlich, dass Hochschulstrategien sozialräumliche Ungleichheiten verstärken, die von der (Im-)Mobilität Studierender bis hin zur Peripherisierung bestimmter Orte reichen. Gleichzeitig werden Reibungen und Brüche deutlich: postkoloniale Beziehungen werden unterbrochen und Investitionsströme können versiegen. Die Studie trägt damit zu kritischen Debatten über räumliche Hierarchien in globalen Bildungsmärkten bei, und liefert eine konzeptionelle Grundlage, von der aus diese Hierarchien in Frage gestellt werden können.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-05-18
DOI
https://doi.org/10.18452/37092
Primary Topic
Higher Education Governance and Development
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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article

Expanding to the World? The Strategic Geographies of French Branch Campuses

Alice Bobée
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Higher Education Governance and Development
article

Expanding to the World? The Strategic Geographies of French Branch Campuses

Alice Bobée
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Abstract

Diese kumulative Dissertation untersucht die räumlichen Expansionsstrategien französischer Hochschulen, insbesondere der Grandes Écoles (Business Schools und Ingenieurhochschulen), aus einer kulturökonomisch-geographischen Perspektive. Im Zentrum steht die Rolle geographischer Imaginationen bei Investitionen in Zweigstellen-Campusse. Diese werden anhand qualitativer Methoden untersucht, die auf Interviews, einem Mapping von Zweigstellen und der Analyse von Policy-Dokumenten, Hochschulberichten und Werbematerial beruhen. Die Ergebnisse zeigen die Rolle der folgenden drei räumlichen Imaginationen in den Strategien französischer Hochschulen: a) postkoloniale Imaginationen, da Auslandscampusse in Afrika eingesetzt werden, um die Reputation französischer Hochschulen, die auf neokolonialen Verhältnissen beruht, zu nutzen und zugleich die Migration nach Frankreich zu regulieren; b) urbane Imaginationen, denn französische Business Schools nutzen Auslandscampusse in europäischen Hauptstädten strategisch, um sich das Image dieser Standorte zunutze zu machen; c) Imaginationen der Peripherie, indem Grandes Écoles von außerhalb Paris (von der sogenannten Province) inländische Expansion nutzen, um als peripher geltende Herkunftsorte zu verbergen. Insgesamt zeigt die Dissertation, wie postkoloniale Asymmetrien und die ungleiche Reputationsgeographie von Städten und Regionen die Vorstellungen von einer globalen Universität und ihre Umsetzung prägen. Zugleich wird deutlich, dass Hochschulstrategien sozialräumliche Ungleichheiten verstärken, die von der (Im-)Mobilität Studierender bis hin zur Peripherisierung bestimmter Orte reichen. Gleichzeitig werden Reibungen und Brüche deutlich: postkoloniale Beziehungen werden unterbrochen und Investitionsströme können versiegen. Die Studie trägt damit zu kritischen Debatten über räumliche Hierarchien in globalen Bildungsmärkten bei, und liefert eine konzeptionelle Grundlage, von der aus diese Hierarchien in Frage gestellt werden können.

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