Sprache und Wirkmächtigkeit

Zusammenfassung Der Artikel beinhaltet die pragmalinguistische Analyse eines Textes gedruckter jüdischer Kindbettamulette aus dem 17. bis 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. Die Drucke stehen in einem Spannungsfeld aus massenhafter und minderwertiger Herstellung einerseits und zugeschriebener Wirkmacht andererseits. Mit dem Instrumentarium der „Münsteraner Schule“ werden die Sprechakte des Textes analysiert, um der Frage nachzugehen, welche sprachlichen Faktoren die Zuschreibung von Wirkmacht begünstigen könnten. Basierend auf der Sprechakt-Analyse wird der Text als „unruhig“ und „unscharf“ charakterisiert. Dies wird als Ausbeutung der Grice’schen Konversationsmaximen verstanden, die das kommunikative Verhalten in Alltagsgesprächen regeln. Abschließend wird die These entwickelt, dass die spezifische Art und Weise, in der der Amulett-Text die Grice’schen Konversationsmaximen bricht, einer konversationalen Implikatur entspricht. Während eine Implikatur in der Alltagskommunikation anzeigt, dass etwas anderes gemeint ist, als ausgedrückt wird, könnte derselbe sprachliche Mechanismus im Fall der Amulett-Texte zur Zuschreibung von Wirkmächtigkeit geführt haben.

Authors

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Publication Details

Journal
Zeitschrift für Religionswissenschaft
Published
2026-05-12
DOI
https://doi.org/10.1515/zfr-2026-0001
Primary Topic
Linguistic research and analysis
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
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Sprache und Wirkmächtigkeit

Alisha Meininghaus
Zeitschrift für Religionswissenschaft
Linguistic research and analysis
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Sprache und Wirkmächtigkeit

Alisha Meininghaus
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Abstract

Zusammenfassung Der Artikel beinhaltet die pragmalinguistische Analyse eines Textes gedruckter jüdischer Kindbettamulette aus dem 17. bis 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. Die Drucke stehen in einem Spannungsfeld aus massenhafter und minderwertiger Herstellung einerseits und zugeschriebener Wirkmacht andererseits. Mit dem Instrumentarium der „Münsteraner Schule“ werden die Sprechakte des Textes analysiert, um der Frage nachzugehen, welche sprachlichen Faktoren die Zuschreibung von Wirkmacht begünstigen könnten. Basierend auf der Sprechakt-Analyse wird der Text als „unruhig“ und „unscharf“ charakterisiert. Dies wird als Ausbeutung der Grice’schen Konversationsmaximen verstanden, die das kommunikative Verhalten in Alltagsgesprächen regeln. Abschließend wird die These entwickelt, dass die spezifische Art und Weise, in der der Amulett-Text die Grice’schen Konversationsmaximen bricht, einer konversationalen Implikatur entspricht. Während eine Implikatur in der Alltagskommunikation anzeigt, dass etwas anderes gemeint ist, als ausgedrückt wird, könnte derselbe sprachliche Mechanismus im Fall der Amulett-Texte zur Zuschreibung von Wirkmächtigkeit geführt haben.

Zeitschrift für Religionswissenschaft
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