Politisches Institutionenvertrauen im Wandel. Eine Längsschnittanalyse mit Daten des ALLBUS
Zusammenfassung Obwohl in aktuellen Zeitdiagnosen oftmals von einer Krise des Vertrauens in politische Institutionen ausgegangen wird, gibt es kaum empirische Studien, die untersuchen, inwiefern sich die Determinanten politischen Vertrauens in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Mit Daten des ALLBUS 1980–2021 und des ALLBUS 2023 wird im Folgenden gezeigt, dass es zwar zu keiner Veränderung des allgemeinen Niveaus politischen Institutionenvertrauens gekommen ist, sich aber die Ursachen für Vertrauen bzw. Misstrauen in politische Institutionen verändert haben. Zum einen entfremden sich vor allem Personen mit formal niedriger Bildung zusehends von politischen Institutionen, da sie eine immer größere symbolische Distanz zu politischen Eliten wahrnehmen, während jene mit höheren Bildungsniveaus politischen Institutionen immer stärker vertrauen. Zum anderen misstrauen Personen mit kulturell konservativen Einstellungen politischen Institutionen immer stärker, da sie diese zusehends als Agenten widernatürlicher Liberalisierungsprozesse ansehen. Im Fazit werden die Implikationen dieser Transformationen für politische Konfliktdynamiken in liberalen Demokratien diskutiert.
Authors
- Florian Buchmayr
Institutions
- University of Bremen (DE)
Publication Details
- Journal
- Zeitschrift für Soziologie
- Published
- 2026-05-11
- DOI
- https://doi.org/10.1515/zfsoz-2026-3001
- Primary Topic
- Public Administration and Political Analysis
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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