Die Erbschaftsteuer im Spiegel des Bewertungsrechts
Zusammenfassung Die Jubiläumsveranstaltung zum 100. Berliner Steuergespräch hat die beiden Autoren als Gründungsinitiatoren veranlasst, sich der Erbschaftsteuer und damit einem Thema zuzuwenden, das mit dem BFH-Vorlagebeschluss von 2002 (BFH v. 22.5.2002 - II R 61/99, FR 2002, 1060) bis zum 99. Steuergespräch (Richter/ Welling, Tagungsbericht, FR 2026, 476) aufgrund zahlreicher höchstrichterlicher und verfassungsrechtlicher Entscheidungen und fortwährender steuerpolitischer Entwicklungen immer wieder aufgegriffen wurde. Kaum ein anderes steuerpolitisches Thema hat ein so großes Interesse geweckt; erinnert sei an die Notwendigkeit der Videoübertragungen in einen weiteren Veranstaltungssaal aufgrund des hohen Teilnehmerzuspruchs. Und kaum ein anderes Thema wurde im Rahmen des Veranstaltungsausklangs der Berliner Steuergespräche so intensiv und emotional diskutiert wie die Erbschaftsteuer. Dies zum Anlass genommen, ziehen wir ein Resümee aus den vergangenen sechs Steuergesprächen zur Erbschaftsteuer und wollen die Erkenntnisse der bisherigen Vorträge und Diskussionsbeiträge für einen perspektivischen Blick nach vorn nutzen und hierbei die Bewertungsfrage in den Fokus stellen. Ausgangspunkt des BFH-Vorlagebeschlusses war das Ziel, eine Bewertung als Grundlage für eine faire Erbschaftsbesteuerung zu schaffen. Diese Frage ist nach wie vor aktuell, wie die Diskrepanz zwischen der Maßgeblichkeit des gemeinen Wertes im Rahmen einer sog. Objektivierung (§ 9 Abs. 2, 3 BewG) und den realen Wertverhältnissen, wie sie sich für einen Großteil der Familienunternehmen und eigentümergeführten Betrieben und darüber hinaus zahlreichen mittelständisch geprägten Unternehmen in der Praxis darstellt, zeigt.
Authors
- Andreas Richter
- Berthold Welling
Publication Details
- Journal
- FinanzRundschau
- Published
- 2026-05-01
- DOI
- https://doi.org/10.9785/fr-2026-1081005
- Primary Topic
- Corporate Taxation and Avoidance
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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