Generativität im Lebensrückblick hochbetagter Ordensleute

Zusammenfassung Hintergrund : Generativität ist im Alter ein Prädiktor für Lebenszufriedenheit und wird definiert als Sorge für Menschen einer anderen Generation und als das Bedürfnis, etwas Bleibendes zu hinterlassen. Aufgrund ihrer Lebensform haben Ordensleute besondere Herausforderungen und Chancen im Hinblick auf Generativität. Ziel der Studie ist es, zu beschreiben, wie hochbetagte Ordensleute ihre eigene Generativität wahrnehmen und welche Faktoren diese Wahrnehmung beeinflussen. Methoden : Es wurden narrative Interviews geführt. Die Transkriptionen wurden mit Thematic Analysis ausgewertet und durch die befragten Personen kommunikativ validiert. Ergebnisse : Es wurden Interviews von 21 Personen (Alter: 80 bis 98 Jahre) ausgewertet. Wenngleich Generativität oft auch ein Motiv gewesen ist, sich für ein Leben im Orden zu entscheiden, ist auffällig, dass vielen älteren Ordensleuten die eigene generative Lebensleistung wenig bewusst ist. Förderlich für die Wahrnehmung der eigenen Generativität sind Beziehungen zu und Begegnungen mit jüngeren Menschen. Hinderlich sind interne Konflikte, Einsamkeit und sich selbst sowie andere abwertende Haltungen. Diskussion : Es erscheint sinnvoll, die Ordensleute gezielt dabei zu unterstützen, ihre Lebensgeschichte zu reflektieren und Generativität als Thema in dieser Geschichte zu erkennen. Da die persönlichen Generativitätsskripte alter Menschen durch aktuell gelebte Beziehungen mit jungen Menschen aktiviert werden, gilt es zudem, diese Beziehungen zu stärken und Raum für Begegnung zu schaffen.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
Spiritual Care
Published
2026-05-01
DOI
https://doi.org/10.1515/spircare-2024-0035
Primary Topic
Social and Demographic Issues in Germany
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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article

Generativität im Lebensrückblick hochbetagter Ordensleute

Ruth Mächler, Jenny Kubitza, Eckhard Frick
Spiritual Care
Social and Demographic Issues in Germany
article

Generativität im Lebensrückblick hochbetagter Ordensleute

Ruth Mächler, Jenny Kubitza, Eckhard Frick
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Abstract

Zusammenfassung Hintergrund : Generativität ist im Alter ein Prädiktor für Lebenszufriedenheit und wird definiert als Sorge für Menschen einer anderen Generation und als das Bedürfnis, etwas Bleibendes zu hinterlassen. Aufgrund ihrer Lebensform haben Ordensleute besondere Herausforderungen und Chancen im Hinblick auf Generativität. Ziel der Studie ist es, zu beschreiben, wie hochbetagte Ordensleute ihre eigene Generativität wahrnehmen und welche Faktoren diese Wahrnehmung beeinflussen. Methoden : Es wurden narrative Interviews geführt. Die Transkriptionen wurden mit Thematic Analysis ausgewertet und durch die befragten Personen kommunikativ validiert. Ergebnisse : Es wurden Interviews von 21 Personen (Alter: 80 bis 98 Jahre) ausgewertet. Wenngleich Generativität oft auch ein Motiv gewesen ist, sich für ein Leben im Orden zu entscheiden, ist auffällig, dass vielen älteren Ordensleuten die eigene generative Lebensleistung wenig bewusst ist. Förderlich für die Wahrnehmung der eigenen Generativität sind Beziehungen zu und Begegnungen mit jüngeren Menschen. Hinderlich sind interne Konflikte, Einsamkeit und sich selbst sowie andere abwertende Haltungen. Diskussion : Es erscheint sinnvoll, die Ordensleute gezielt dabei zu unterstützen, ihre Lebensgeschichte zu reflektieren und Generativität als Thema in dieser Geschichte zu erkennen. Da die persönlichen Generativitätsskripte alter Menschen durch aktuell gelebte Beziehungen mit jungen Menschen aktiviert werden, gilt es zudem, diese Beziehungen zu stärken und Raum für Begegnung zu schaffen.

Spiritual Care
LMU Klinikum (DE), Sana Kliniken AG (DE), München Klinik (DE)
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Social and Demographic Issues in Germany
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