Between Demolition and Artistic Adaptation? The Afterlife of German Colonial Monuments in Africa and Germany
Zu den Relikten der deutschen Kolonialzeit gehören Denkmäler, die im Deutschen Reich von 1871 und in den ehemaligen deutschen Überseekolonien errichtet wurden. Die in der Zeit des Hochimperialismus um 1900 im „Mutterland“ gestifteten Kolonialdenkmäler sollten den mit dem Weltmachtstreben verbundenen „Kolonialgedanken“ popularisieren. In den Kolonialgebieten in Übersee dienten die Denkmäler keineswegs nur als Trauermale etwa für gefallene Kolonialsoldaten, sondern vor allem auch der symbolischen Besetzung des „kolonialen Raumes“; sie waren Zeichen der angemaßten Vormachtstellung der weißen Siedlergesellschaft. Nach dem Ersten Weltkrieg, im zwangsweise dekolonisierten Deutschen Reich, kam den Denkmälern die Funktion zu, die „geraubten deutschen Kolonien“ nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Nach 1945, im Zeitalter der Dekolonisation, fanden die wenigen noch erhaltenen Kolonialdenkmäler wieder Beachtung, nun aber unter explizit antikolonialistischen Vorzeichen. Im Zuge zahlreicher Initiativen zur Dekolonisierung des öffentlichen Raumes fungieren die Denkmäler heute nicht mehr als koloniale Weihestätte, sondern als postkoloniale Debatten-Mahnmale. Dabei schwankt der Umgang mit den überkommenen Denkmälern zwischen Ikonoklasmus, Musealisierung, Umsemantisierung bis hin zur künstlerischen Umgestaltung.
Authors
- Joachim Zeller
Publication Details
- Journal
- University Library Heidelberg
- Published
- 2026-04-30
- DOI
- https://doi.org/10.11588/ih.2024.1.115492
- Primary Topic
- German Colonialism and Identity Studies
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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