Neoadjuvante Therapie bei Hautkrebs: aktuelle Datenlage und Ausblicke

Zusammenfassung Die Entwicklung von Immuncheckpoint‐Inhibitoren sowie zielgerichteten Therapien hat die Behandlung von Hauttumoren, vor allem des kutanen Plattenepithelkarzinoms, Melanoms und Merkelzellkarzinoms, grundlegend verändert. Neuste neoadjuvante Ansätze zeigen besonders bei lokal fortgeschrittenen Stadien nun praxisrelevante Ergebnisse. Beim Plattenepithelkarzinom konnte die neoadjuvante PD‐1‐Blockade mit Cemiplimab in Studien ein gutes pathologisches Ansprechen erzielen. Zusätzlich weisen erste Daten auf ein geringeres Rezidivrisiko hin. Beim Melanom zeigen sich noch stärkere Fortschritte: Die neoadjuvante PD‐1‐Blockade, sowohl allein oder in Kombination mit einem CTLA‐4‐Blocker, reduziert signifikant das Rezidivrisiko. Sowohl die randomisierte Phase‐II‐Studie SWOG1801 als auch die randomisierte Phase‐III‐Studie NADINA zeigten die Überlegenheit des neoadjuvanten gegenüber einem rein adjuvanten Therapiekonzept. Die Ergebnisse der NADINA‐Studie zeigten, dass bei tiefem pathologischem Ansprechen auf die neoadjuvante Therapie eine Therapie‐Deeskalation durch Verzicht auf eine adjuvante Behandlung möglich ist. Auch zielgerichtete Therapien mit BRAF‐ und MEK‐Inhibitoren zeigen relevante Ansprechraten bei BRAF‐mutierten Melanomen. Beim Merkelzellkarzinom zeigt die neoadjuvante Gabe von PD‐1‐Inhibitoren wie Nivolumab eine hohe Ansprechrate sowie gute Überlebensdaten. Zusammenfassend unterstreichen die Daten das Potenzial der neoadjuvanten Therapie in der Behandlung lokal fortgeschrittener Hauttumoren mit Senkung von Rezidivrisiko und Mortalität sowie neuen Möglichkeiten der Therapiedeeskalationen.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Published
2026-04-01
DOI
https://doi.org/10.1111/ddg.15968_g
Primary Topic
Nonmelanoma Skin Cancer Studies
Type
article
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article

Neoadjuvante Therapie bei Hautkrebs: aktuelle Datenlage und Ausblicke

Bastian Schilling, Johannes Kleemann, Lea Daniello
JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Nonmelanoma Skin Cancer Studies
article

Neoadjuvante Therapie bei Hautkrebs: aktuelle Datenlage und Ausblicke

Bastian Schilling, Johannes Kleemann, Lea Daniello
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Abstract

Zusammenfassung Die Entwicklung von Immuncheckpoint‐Inhibitoren sowie zielgerichteten Therapien hat die Behandlung von Hauttumoren, vor allem des kutanen Plattenepithelkarzinoms, Melanoms und Merkelzellkarzinoms, grundlegend verändert. Neuste neoadjuvante Ansätze zeigen besonders bei lokal fortgeschrittenen Stadien nun praxisrelevante Ergebnisse. Beim Plattenepithelkarzinom konnte die neoadjuvante PD‐1‐Blockade mit Cemiplimab in Studien ein gutes pathologisches Ansprechen erzielen. Zusätzlich weisen erste Daten auf ein geringeres Rezidivrisiko hin. Beim Melanom zeigen sich noch stärkere Fortschritte: Die neoadjuvante PD‐1‐Blockade, sowohl allein oder in Kombination mit einem CTLA‐4‐Blocker, reduziert signifikant das Rezidivrisiko. Sowohl die randomisierte Phase‐II‐Studie SWOG1801 als auch die randomisierte Phase‐III‐Studie NADINA zeigten die Überlegenheit des neoadjuvanten gegenüber einem rein adjuvanten Therapiekonzept. Die Ergebnisse der NADINA‐Studie zeigten, dass bei tiefem pathologischem Ansprechen auf die neoadjuvante Therapie eine Therapie‐Deeskalation durch Verzicht auf eine adjuvante Behandlung möglich ist. Auch zielgerichtete Therapien mit BRAF‐ und MEK‐Inhibitoren zeigen relevante Ansprechraten bei BRAF‐mutierten Melanomen. Beim Merkelzellkarzinom zeigt die neoadjuvante Gabe von PD‐1‐Inhibitoren wie Nivolumab eine hohe Ansprechrate sowie gute Überlebensdaten. Zusammenfassend unterstreichen die Daten das Potenzial der neoadjuvanten Therapie in der Behandlung lokal fortgeschrittener Hauttumoren mit Senkung von Rezidivrisiko und Mortalität sowie neuen Möglichkeiten der Therapiedeeskalationen.

JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen GesellschaftVol. 24(4)
Goethe University Frankfurt (DE)
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Nonmelanoma Skin Cancer Studies
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