Differences in drawing structure between Parkinson's disease and age-matched controls

Morbus Parkinson (MP) ist nicht nur durch motorische Beeinträchtigungen gekennzeichnet, sondern geht auch mit Veränderungen des visuomotorischen Zusammenspiels und der Wahrnehmungsverarbeitung einher. Während frühere Studien vor allem Handschriftanomalien sowie vereinzelte Veränderungen im künstlerischen Verhalten beschrieben haben, ist bislang kaum untersucht worden, ob MP die strukturellen Eigenschaften freier Zeichnungen systematisch beeinflusst. Ziel der vorliegenden Masterarbeit war es daher zu prüfen, ob sich Zeichnungen von Personen mit MP in objektiven bildbasierten Merkmalen von denen altersgleicher gesunder Kontrollpersonen (HC) unterscheiden. An der Studie nahmen 62 Personen mit idiopathischem MP, 69 altersgematchte Kontrollpersonen sowie 57 jüngere Studierende als zusätzliche Vergleichsgruppe teil. Alle Teilnehmenden bearbeiteten eine Cue-basierte Zeichenaufgabe. Die entstandenen Zeichnungen wurden mithilfe eines computergestützten Bildanalyse-Frameworks (Aesthetic Toolbox) ausgewertet, das 24 strukturelle Bildmerkmale extrahierte, darunter Kontrast, Symmetrie, räumliche Verteilung, fraktale Organisation und frequenzbasierte Eigenschaften. Zur Analyse wurden multivariate Verfahren, eine Hauptkomponentenanalyse (PCA) sowie eine gradientenverstärkte maschinelle Klassifikation eingesetzt. Die Ergebnisse zeigten signifikante Unterschiede zwischen MP- und HC-Teilnehmenden in Merkmalen der globalen Symmetrie, räumlichen Organisation und multiskaligen Struktur, während die Gesamtkomplexität weitgehend erhalten blieb. Die maschinelle Klassifikation unterschied jüngere von älteren Teilnehmenden mit hoher Genauigkeit; zwischen MP- und HC-Zeichnungen zeigte sich eine moderate, aber statistisch überzufällige Abgrenzbarkeit. Analysen der Merkmalsbedeutung ergaben, dass insbesondere fraktale und frequenzbasierte Kennwerte zur Gruppenunterscheidung beitrugen. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass MP mit subtilen, aber systematischen Veränderungen in der strukturellen Organisation von Zeichnungen verbunden ist. Computergestützte Bildanalysen bieten damit einen objektiven und reproduzierbaren Ansatz zur Erfassung visuomotorischer Veränderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen, der über subjektive Beurteilungen hinausgeht.

Authors

Publication Details

Journal
University of Vienna
Published
2026-01-01
DOI
https://doi.org/10.25365/thesis.80717
Primary Topic
Parkinson's Disease Mechanisms and Treatments
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
|||
ALL TIME
JAN
FEB
MAR
APR
MAY
JUN
JUL
AUG
SEP
OCT
article

Differences in drawing structure between Parkinson's disease and age-matched controls

Marlene Simon
University of Vienna
Parkinson's Disease Mechanisms and Treatments
article

Differences in drawing structure between Parkinson's disease and age-matched controls

Marlene Simon
article en

Abstract

Morbus Parkinson (MP) ist nicht nur durch motorische Beeinträchtigungen gekennzeichnet, sondern geht auch mit Veränderungen des visuomotorischen Zusammenspiels und der Wahrnehmungsverarbeitung einher. Während frühere Studien vor allem Handschriftanomalien sowie vereinzelte Veränderungen im künstlerischen Verhalten beschrieben haben, ist bislang kaum untersucht worden, ob MP die strukturellen Eigenschaften freier Zeichnungen systematisch beeinflusst. Ziel der vorliegenden Masterarbeit war es daher zu prüfen, ob sich Zeichnungen von Personen mit MP in objektiven bildbasierten Merkmalen von denen altersgleicher gesunder Kontrollpersonen (HC) unterscheiden. An der Studie nahmen 62 Personen mit idiopathischem MP, 69 altersgematchte Kontrollpersonen sowie 57 jüngere Studierende als zusätzliche Vergleichsgruppe teil. Alle Teilnehmenden bearbeiteten eine Cue-basierte Zeichenaufgabe. Die entstandenen Zeichnungen wurden mithilfe eines computergestützten Bildanalyse-Frameworks (Aesthetic Toolbox) ausgewertet, das 24 strukturelle Bildmerkmale extrahierte, darunter Kontrast, Symmetrie, räumliche Verteilung, fraktale Organisation und frequenzbasierte Eigenschaften. Zur Analyse wurden multivariate Verfahren, eine Hauptkomponentenanalyse (PCA) sowie eine gradientenverstärkte maschinelle Klassifikation eingesetzt. Die Ergebnisse zeigten signifikante Unterschiede zwischen MP- und HC-Teilnehmenden in Merkmalen der globalen Symmetrie, räumlichen Organisation und multiskaligen Struktur, während die Gesamtkomplexität weitgehend erhalten blieb. Die maschinelle Klassifikation unterschied jüngere von älteren Teilnehmenden mit hoher Genauigkeit; zwischen MP- und HC-Zeichnungen zeigte sich eine moderate, aber statistisch überzufällige Abgrenzbarkeit. Analysen der Merkmalsbedeutung ergaben, dass insbesondere fraktale und frequenzbasierte Kennwerte zur Gruppenunterscheidung beitrugen. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass MP mit subtilen, aber systematischen Veränderungen in der strukturellen Organisation von Zeichnungen verbunden ist. Computergestützte Bildanalysen bieten damit einen objektiven und reproduzierbaren Ansatz zur Erfassung visuomotorischer Veränderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen, der über subjektive Beurteilungen hinausgeht.

University of Vienna
Openalex Percentile: Top 18%
Parkinson's Disease Mechanisms and Treatments
AI Navigator

Ask Laika to Summarize, Analyze, and Connect papers live on the map.

Summarize Papers & Methodologies

Extract key findings, datasets, and comparative methods across publications.

Benchmark Rankings & Visual Analytics

Rank top research institutions, authors, funders, topics, and journals by Field-Weighted Citation Impact (FWCI) and paper volume with instant charts.

Connect Distant Disciplines

Bridge topological clusters on the map to find hidden collaborative intersections.