The Economics of Technological Change and Decoupling

Dieses Habilitationsprojekt untersucht die komplexe Beziehung zwischen (digitalem) technologischen Wandel und einer ausreichenden absoluten Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltauswirkungen. Das Habilitationsprojekt umfasst elf begutachtete Zeitschriftenartikel, die in disziplinären und interdisziplinären Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Das Projekt leistet zwei wesentliche Beiträge. Der erste Beitrag besteht in einem besseren Verständnis der Beziehung zwischen dem Rebound-Phänomen und Wirtschaftswachstum. Es wird eine neue Rebound-Typologie dargelegt. Aufbauend auf dieser Typologie wird der Zusammenhang zwischen Rebound-Mechanismen und Wirtschaftswachstum untersucht und das Konzept des „growth rebound effect“ entwickelt. Plurale theoretische und empirische Untersuchungen zeigen, dass die meisten Rebound-Mechanismen mit Wirtschaftswachstum einhergehen und dass das Ausmaß des „growth rebound effect“ davon abhängt, welches ökonomische Paradigma zugrunde gelegt wird. Eine wichtige Schlussfolgerung aus dieser Analyse ist, dass politische Maßnahmen, die das Rebound-Phänomen verhindern, wahrscheinlich auch das Wirtschaftswachstum verringern. Der zweite zentrale Beitrag ist das Verständnis der Beziehung zwischen Digitalisierung und Entkopplung. Um diese Beziehung zu untersuchen, wird ein formaler ökonomischer Rahmen entwickelt, der aus vier Effekte umfasst: direkte Effekte, Energieeffizienzsteigerungen, sektorale Veränderungen und Wirtschaftswachstum. Empirisch hat die Digitalisierung bisher weder den Energieverbrauch noch die Treibhausgasemissionen substantiell reduziert. Zusätzlich wird das Konzept des Induktionseffekts eingeführt, um die Beziehung zwischen Digitalisierung und Entkopplung vertieft erklären zu können. Auf der Grundlage dieser beiden Beiträge wird der Schluss gezogen, dass technologische Effizienzgewinne – ob digital oder nicht – voraussichtlich nicht ausreichen werden, um eine hinreichende absolute Entkopplung zu erreichen. Im Gegenteil, politische Maßnahmen, die zu einer ausreichenden Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen würden, würden das Wirtschaftswachstum verringern und zur Einleitung einer Postwachstumsökonomie beitragen.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-03-20
DOI
https://doi.org/10.18452/36825
Primary Topic
Energy, Environment, and Transportation Policies
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
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The Economics of Technological Change and Decoupling

Steffen Lange
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Energy, Environment, and Transportation Policies
article

The Economics of Technological Change and Decoupling

Steffen Lange
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Abstract

Dieses Habilitationsprojekt untersucht die komplexe Beziehung zwischen (digitalem) technologischen Wandel und einer ausreichenden absoluten Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltauswirkungen. Das Habilitationsprojekt umfasst elf begutachtete Zeitschriftenartikel, die in disziplinären und interdisziplinären Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Das Projekt leistet zwei wesentliche Beiträge. Der erste Beitrag besteht in einem besseren Verständnis der Beziehung zwischen dem Rebound-Phänomen und Wirtschaftswachstum. Es wird eine neue Rebound-Typologie dargelegt. Aufbauend auf dieser Typologie wird der Zusammenhang zwischen Rebound-Mechanismen und Wirtschaftswachstum untersucht und das Konzept des „growth rebound effect“ entwickelt. Plurale theoretische und empirische Untersuchungen zeigen, dass die meisten Rebound-Mechanismen mit Wirtschaftswachstum einhergehen und dass das Ausmaß des „growth rebound effect“ davon abhängt, welches ökonomische Paradigma zugrunde gelegt wird. Eine wichtige Schlussfolgerung aus dieser Analyse ist, dass politische Maßnahmen, die das Rebound-Phänomen verhindern, wahrscheinlich auch das Wirtschaftswachstum verringern. Der zweite zentrale Beitrag ist das Verständnis der Beziehung zwischen Digitalisierung und Entkopplung. Um diese Beziehung zu untersuchen, wird ein formaler ökonomischer Rahmen entwickelt, der aus vier Effekte umfasst: direkte Effekte, Energieeffizienzsteigerungen, sektorale Veränderungen und Wirtschaftswachstum. Empirisch hat die Digitalisierung bisher weder den Energieverbrauch noch die Treibhausgasemissionen substantiell reduziert. Zusätzlich wird das Konzept des Induktionseffekts eingeführt, um die Beziehung zwischen Digitalisierung und Entkopplung vertieft erklären zu können. Auf der Grundlage dieser beiden Beiträge wird der Schluss gezogen, dass technologische Effizienzgewinne – ob digital oder nicht – voraussichtlich nicht ausreichen werden, um eine hinreichende absolute Entkopplung zu erreichen. Im Gegenteil, politische Maßnahmen, die zu einer ausreichenden Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen würden, würden das Wirtschaftswachstum verringern und zur Einleitung einer Postwachstumsökonomie beitragen.

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