Aid in Adversity: Impacts and Mechanisms of Assistance to Rural Communities in Crises

Krisenhilfe zielt darauf ab, Leid zu lindern und den Wiederaufbau zu unterstützen. Ihre Wirkung lässt sich jedoch aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen in Krisengebieten nicht mit Programmen in stabileren Kontexten vergleichen. In der Fachliteratur bestehen erhebliche Forschungslücken, insbesondere zu komplexen oder neuartigen Interventionen, unbeabsichtigten Effekten sowie zu Wirkungsmechanismen und deren Heterogenität. Diese Dissertation analysiert drei Fallstudien zu Wohlfahrtseffekten und Wirkungsmechanismen von Krisenhilfe: einen antizipativen Geldtransfer, eine integrierte Heimgartenintervention und einen landwirtschaftlichen Gütertransfer im Südsudan und in Syrien. Alle Studien basieren auf quasi-experimentellen Designs mit Interventions- und Kontrollgruppen sowie eigens erhobenen Haushaltsdaten aus Baseline- und Follow-up-Befragungen. Die Ergebnisse zeigen, dass Binnenvertriebene Geldtransfers in die Verbesserung ihrer Unterkünfte investierten, wodurch Flutschäden reduziert und unbeabsichtigt der soziale Zusammenhalt gestärkt wurde. Die Heimgartenintervention verbesserte die Ernährungssicherheit, insbesondere durch bessere Ernährungskenntnisse, die Vermarktung der Ernte und die Akkumulation produktiver Güter. Auch der landwirtschaftliche Gütertransfer erhöhte die Ernährungssicherheit, vor allem in weiblich geführten Haushalten in moderat konfliktbetroffenen Regionen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Haushalte in Krisengebieten langfristige Stabilisierungsstrategien verfolgen, sofern Handlungsspielräume bestehen. Die Wirksamkeit von Hilfsleistungen hängt dabei auf Mikroebene insbesondere von Ernährungswissen, ökonomischen Kapazitäten und geschlechtsspezifischen Bedürfnissen ab, während auf Makroebene die Konfliktintensität entscheidend ist. Die Dissertation leistet damit einen substanziellen empirischen und methodischen Beitrag zur Literatur und liefert praxisrelevante Implikationen für die Gestaltung künftiger Hilfsprogramme.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-03-12
DOI
https://doi.org/10.18452/36080
Primary Topic
International Development and Aid
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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ALL TIME
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OCT
article

Aid in Adversity: Impacts and Mechanisms of Assistance to Rural Communities in Crises

Dorothee Weiffen
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
International Development and Aid
article

Aid in Adversity: Impacts and Mechanisms of Assistance to Rural Communities in Crises

Dorothee Weiffen
article en

Abstract

Krisenhilfe zielt darauf ab, Leid zu lindern und den Wiederaufbau zu unterstützen. Ihre Wirkung lässt sich jedoch aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen in Krisengebieten nicht mit Programmen in stabileren Kontexten vergleichen. In der Fachliteratur bestehen erhebliche Forschungslücken, insbesondere zu komplexen oder neuartigen Interventionen, unbeabsichtigten Effekten sowie zu Wirkungsmechanismen und deren Heterogenität. Diese Dissertation analysiert drei Fallstudien zu Wohlfahrtseffekten und Wirkungsmechanismen von Krisenhilfe: einen antizipativen Geldtransfer, eine integrierte Heimgartenintervention und einen landwirtschaftlichen Gütertransfer im Südsudan und in Syrien. Alle Studien basieren auf quasi-experimentellen Designs mit Interventions- und Kontrollgruppen sowie eigens erhobenen Haushaltsdaten aus Baseline- und Follow-up-Befragungen. Die Ergebnisse zeigen, dass Binnenvertriebene Geldtransfers in die Verbesserung ihrer Unterkünfte investierten, wodurch Flutschäden reduziert und unbeabsichtigt der soziale Zusammenhalt gestärkt wurde. Die Heimgartenintervention verbesserte die Ernährungssicherheit, insbesondere durch bessere Ernährungskenntnisse, die Vermarktung der Ernte und die Akkumulation produktiver Güter. Auch der landwirtschaftliche Gütertransfer erhöhte die Ernährungssicherheit, vor allem in weiblich geführten Haushalten in moderat konfliktbetroffenen Regionen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Haushalte in Krisengebieten langfristige Stabilisierungsstrategien verfolgen, sofern Handlungsspielräume bestehen. Die Wirksamkeit von Hilfsleistungen hängt dabei auf Mikroebene insbesondere von Ernährungswissen, ökonomischen Kapazitäten und geschlechtsspezifischen Bedürfnissen ab, während auf Makroebene die Konfliktintensität entscheidend ist. Die Dissertation leistet damit einen substanziellen empirischen und methodischen Beitrag zur Literatur und liefert praxisrelevante Implikationen für die Gestaltung künftiger Hilfsprogramme.

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