Regularität und Variabilität der n-Tilgung im Lëtzebuergeschen (“Eifeler Regel”)

Diese Arbeit untersucht die sogenannte Eifeler Regel des Luxemburgischen, die die Tilgung des auslautenden -n unter bestimmten lautlichen und lexikalischen Bedingungen beschreibt, anhand eines umfangreichen maschinenlesbaren Textkorpus. Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Erhalt oder die Tilgung des -n in der Schriftsprache beeinflussen, und diese empirisch zu modellieren. Zunächst werden die kontextuellen Bedingungen der n-Tilgung analysiert, anschließend die Eigenschaften der betroffenen Lexeme. Die korpusbasierten Auswertungen zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen dem Tilgungsverhalten und Merkmalen wie Wortart, orthographischer Struktur (insbesondere Doppel-n-Schreibung) sowie phonologischen Eigenschaften der Auslautsilbe, vor allem der Vokalqualität. Substantive und bestimmte phonologische Muster erweisen sich dabei als besonders tilgungsresistent. Auf dieser Grundlage wird ein unüberwachtes, regelinduzierendes Lernverfahren vorgestellt, das aus orthographischen Merkmalen ein Klassifikationsmodell für -n-auslautende Lexeme ableitet. Das Modell wird hinsichtlich Genauigkeit und Vollständigkeit optimiert und zeigt eine gute Leistungsfähigkeit bei der Anwendung auf reale luxemburgische Texte.

Authors

Publication Details

Journal
Universitätsbibliothek Trier
Published
2026-02-13
DOI
https://doi.org/10.25353/ubtr-fb1f-5dbf-585e
Primary Topic
Linguistic research and analysis
Type
article
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Regularität und Variabilität der n-Tilgung im Lëtzebuergeschen (“Eifeler Regel”)

Johannes Kiehl
Universitätsbibliothek Trier
Linguistic research and analysis
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Regularität und Variabilität der n-Tilgung im Lëtzebuergeschen (“Eifeler Regel”)

Johannes Kiehl
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Abstract

Diese Arbeit untersucht die sogenannte Eifeler Regel des Luxemburgischen, die die Tilgung des auslautenden -n unter bestimmten lautlichen und lexikalischen Bedingungen beschreibt, anhand eines umfangreichen maschinenlesbaren Textkorpus. Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Erhalt oder die Tilgung des -n in der Schriftsprache beeinflussen, und diese empirisch zu modellieren. Zunächst werden die kontextuellen Bedingungen der n-Tilgung analysiert, anschließend die Eigenschaften der betroffenen Lexeme. Die korpusbasierten Auswertungen zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen dem Tilgungsverhalten und Merkmalen wie Wortart, orthographischer Struktur (insbesondere Doppel-n-Schreibung) sowie phonologischen Eigenschaften der Auslautsilbe, vor allem der Vokalqualität. Substantive und bestimmte phonologische Muster erweisen sich dabei als besonders tilgungsresistent. Auf dieser Grundlage wird ein unüberwachtes, regelinduzierendes Lernverfahren vorgestellt, das aus orthographischen Merkmalen ein Klassifikationsmodell für -n-auslautende Lexeme ableitet. Das Modell wird hinsichtlich Genauigkeit und Vollständigkeit optimiert und zeigt eine gute Leistungsfähigkeit bei der Anwendung auf reale luxemburgische Texte.

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