Bedingungen der Vergebung in der Josefsgeschichte: Narratologische Betrachtung eines anthropologischen Problems (Gen 37–50)
Zusammenfassung Der Beitrag untersucht die Bedingungen menschlicher Vergebung in der Josefsgeschichte (Gen 37–50). Aus narratologischer Perspektive wird gezeigt, dass Vergebung ein langer Prozess ist, der unter anderem Handlungsmacht und Anerkennung des Unrechts – dargestellt in einer prägnanten Leerstelle in Gen 37,24 – erfordert. Durch erzählende Sinnstiftung verwandelt Josef sein Trauma in eine »heilende Geschichte«. Die Erzählung reflektiert nicht nur die Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Vergebungsweisheit, sondern auch die Weisheit des Erzählens selbst.
Authors
- Sonja Kolberg
Institutions
- University of Zurich (CH)
Publication Details
- Journal
- Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft
- Published
- 2026-03-02
- DOI
- https://doi.org/10.1515/zaw-2026-1004
- Primary Topic
- Memory, History, Trauma, Identity
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
- 0.00