Intentional Control, Agency, and Awareness of Eye Movements in Active Visual Perception

Während sakkadische Augenbewegungen mit bemerkenswerter Häufigkeit ausgeführt werden, bemerken wir sie im Alltag kaum, obwohl sie Intention, motorische Handlung und Bildbewegung auf der Netzhaut beinhalten. Als visuelle Handlungen erlauben Sakkaden so, Prozesse zu untersuchen, die intentionale Kontrolle, Handlungsfähigkeit und Wahrnehmung verbinden. Diese Dissertation untersucht in vier Studien, wie diese kognitiven Funktionen mit dem bewussten Erleben von drei Sakkadentypen interagieren: Mikrosakkaden, Catch-up-Sakkaden während Pursuit-Bewegungen und große Sakkaden in einer Pro- und Anti-Sakkaden-Aufgabe. Studie I bestätigte, dass Mikrosakkaden intentional erzeugt werden können: Beabsichtigte und unbeabsichtigte Bewegungen wurden gut detektiert, spontane jedoch kaum. Angesichts der Bedeutung von Intention für das Bewusstsein von Mikrosakkaden prüfte Studie II, ob diese ein Gefühl bewusster Handlungskontrolle hervorrufen. Es fand sich jedoch keine Evidenz dafür, dass dies der Fall ist. Studie III zeigte, dass Intention die motorische Kontrolle von Catch-up-Sakkaden moderat beeinflusste, visuelles Feedback und Training jedoch nicht; das Bewusstsein blieb minimal, was auf weitgehend automatische, unbewusste Bewegungen hinweist. Studie IV untersuchte große Pro- und Anti-Sakkaden und zeigte ein hohes Maß an willentlicher Kontrolle und Bewusstsein für freiwillige und reflexhafte Bewegungen, jedoch nicht für spontane Sakkaden. Größere Amplituden und komplexere Bewegungen erhöhten das Bewusstsein, visuelles Feedback jedoch kaum. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass das Bewusstsein für große Sakkaden von willentlicher Kontrolle und Fehlermonitoring geprägt ist, während Catch-up-Sakkaden überwiegend automatisch ablaufen. Mikrosakkaden können bewusst gesteuert werden, liegen jedoch vermutlich am unteren Ende des sensorimotorischen Bewusstseinsspektrums, da willentliche Kontrolle kein ausgeprägtes Gefühl der Handlungskontrolle erzeugt.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-02-25
DOI
https://doi.org/10.18452/36264
Primary Topic
Visual perception and processing mechanisms
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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article

Intentional Control, Agency, and Awareness of Eye Movements in Active Visual Perception

Jan-Nikolas Klanke
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Visual perception and processing mechanisms
article

Intentional Control, Agency, and Awareness of Eye Movements in Active Visual Perception

Jan-Nikolas Klanke
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Abstract

Während sakkadische Augenbewegungen mit bemerkenswerter Häufigkeit ausgeführt werden, bemerken wir sie im Alltag kaum, obwohl sie Intention, motorische Handlung und Bildbewegung auf der Netzhaut beinhalten. Als visuelle Handlungen erlauben Sakkaden so, Prozesse zu untersuchen, die intentionale Kontrolle, Handlungsfähigkeit und Wahrnehmung verbinden. Diese Dissertation untersucht in vier Studien, wie diese kognitiven Funktionen mit dem bewussten Erleben von drei Sakkadentypen interagieren: Mikrosakkaden, Catch-up-Sakkaden während Pursuit-Bewegungen und große Sakkaden in einer Pro- und Anti-Sakkaden-Aufgabe. Studie I bestätigte, dass Mikrosakkaden intentional erzeugt werden können: Beabsichtigte und unbeabsichtigte Bewegungen wurden gut detektiert, spontane jedoch kaum. Angesichts der Bedeutung von Intention für das Bewusstsein von Mikrosakkaden prüfte Studie II, ob diese ein Gefühl bewusster Handlungskontrolle hervorrufen. Es fand sich jedoch keine Evidenz dafür, dass dies der Fall ist. Studie III zeigte, dass Intention die motorische Kontrolle von Catch-up-Sakkaden moderat beeinflusste, visuelles Feedback und Training jedoch nicht; das Bewusstsein blieb minimal, was auf weitgehend automatische, unbewusste Bewegungen hinweist. Studie IV untersuchte große Pro- und Anti-Sakkaden und zeigte ein hohes Maß an willentlicher Kontrolle und Bewusstsein für freiwillige und reflexhafte Bewegungen, jedoch nicht für spontane Sakkaden. Größere Amplituden und komplexere Bewegungen erhöhten das Bewusstsein, visuelles Feedback jedoch kaum. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass das Bewusstsein für große Sakkaden von willentlicher Kontrolle und Fehlermonitoring geprägt ist, während Catch-up-Sakkaden überwiegend automatisch ablaufen. Mikrosakkaden können bewusst gesteuert werden, liegen jedoch vermutlich am unteren Ende des sensorimotorischen Bewusstseinsspektrums, da willentliche Kontrolle kein ausgeprägtes Gefühl der Handlungskontrolle erzeugt.

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