Anthropodezentrierung als Grundlage einer neuen Ökologischen Gerechtigkeit

Zusammenfassung Während das Konzept der Ökologischen Gerechtigkeit versucht, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit zu integrieren bzw. zu synthetisieren, reproduziert es häufig anthropozentrische Annahmen und untergräbt damit seine eigenen Ziele. Dieser Aufsatz kritisiert das Postulat post- bzw. nicht-anthropozentrischer Positionen als Zielvorstellungen. Stattdessen wird eine anthropo-dezentrierende anthropologische Grundlage für Ökologische Gerechtigkeit vorgeschlagen. Dies erfordert ein Verständnis menschlicher Subjekte als bereits relationale, abhängige, verantwortliche und gerechtigkeitsorientierte Wesen. Durch ein In-Bezug-Setzen von Emmanuel Lévinas’ Alteritätsphilosophie und Dorothee Sölles Schöpfungstheologie und Ethik wird in diesem Beitrag ein anthropologischer Rahmen entwickelt, in dem Subjektivität durch Verantwortung gegenüber bzw. für den Anderen sowie durch stellvertretendes Einstehen für den Anderen konstituiert wird – einschließlich des mehr-als-menschlichen Anderen. Damit soll gezeigt werden, dass wir Nicht-/Post-Anthropozentrismus nicht als freiwillig zu erreichendes Ziel begreifen müssen, sondern uns vielmehr als stets bereits anthropodezentriert und als in einer ethischen Beziehung zu allem erkennen sollten, was nicht wir selbst sind.

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Publication Details

Journal
Zeitschrift für Evangelische Ethik
Published
2026-02-16
DOI
https://doi.org/10.1515/zee-2025-2024
Primary Topic
Philosophical and Historical Studies
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
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Anthropodezentrierung als Grundlage einer neuen Ökologischen Gerechtigkeit

Laura Buchheim
Zeitschrift für Evangelische Ethik
Philosophical and Historical Studies
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Anthropodezentrierung als Grundlage einer neuen Ökologischen Gerechtigkeit

Laura Buchheim
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Abstract

Zusammenfassung Während das Konzept der Ökologischen Gerechtigkeit versucht, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit zu integrieren bzw. zu synthetisieren, reproduziert es häufig anthropozentrische Annahmen und untergräbt damit seine eigenen Ziele. Dieser Aufsatz kritisiert das Postulat post- bzw. nicht-anthropozentrischer Positionen als Zielvorstellungen. Stattdessen wird eine anthropo-dezentrierende anthropologische Grundlage für Ökologische Gerechtigkeit vorgeschlagen. Dies erfordert ein Verständnis menschlicher Subjekte als bereits relationale, abhängige, verantwortliche und gerechtigkeitsorientierte Wesen. Durch ein In-Bezug-Setzen von Emmanuel Lévinas’ Alteritätsphilosophie und Dorothee Sölles Schöpfungstheologie und Ethik wird in diesem Beitrag ein anthropologischer Rahmen entwickelt, in dem Subjektivität durch Verantwortung gegenüber bzw. für den Anderen sowie durch stellvertretendes Einstehen für den Anderen konstituiert wird – einschließlich des mehr-als-menschlichen Anderen. Damit soll gezeigt werden, dass wir Nicht-/Post-Anthropozentrismus nicht als freiwillig zu erreichendes Ziel begreifen müssen, sondern uns vielmehr als stets bereits anthropodezentriert und als in einer ethischen Beziehung zu allem erkennen sollten, was nicht wir selbst sind.

Zeitschrift für Evangelische Ethik
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