Essays on Modality, Logicality, and the Tractatus

Diese Dissertation bringt die Sprachwissenschaft und die Philosophie in einen Dialog. Sie besteht aus vier miteinander verbundenen Aufsätzen. Der erste ist eine Fallstudie zur Modalität und vertritt die These, dass eine kategoriale Verschiebung einer semantischen entspricht: Die Adjektive "certain" und "possible" quantifizieren über Wissen, die Adverbien "certainly" und "possibly" über Glauben. In Verbindung mit philosophischen Auffassungen über Wissen und Glauben leitet diese Hypothese Intuitionen über Inferenzen, Verteilung und Akzeptabilität ab. Der zweite Aufsatz nimmt Wittgensteins Bildtheorie und eine These über die natürliche Sprache, Logicality, in den Blick. Er argumentiert, dass der formale Apparat hinter Logicality helfen kann, eine Dissonanz in Wittgensteins Position zu trivialen Sätzen aufzulösen, und zugleich einen Weg zu einer wechselseitigen Bereicherung zwischen analytischer Philosophie und generativer Linguistik eröffnet. Der dritte Aufsatz verteidigt Identity: die These, dass Wohlgeformtheit in der natürlichen Sprache mit Sinnhaftigkeit zusammenfällt. Er prüft die gegen diese These von Linguisten und Philosophen vorgebrachten Einwände und zeigt, wie eine wittgensteinische, bildtheoretische Perspektive diese Einwände zu zerstreuen vermag. Der vierte Aufsatz wendet sich der Übersetzung im Tractatus zu und rahmt Wittgensteins Bemerkung zur Übersetzung neu, indem er zwischen der Darstellung und der Vermittlung des Gedankens unterscheidet. Ausgehend von konkreten Schwierigkeiten bei der Übertragung des Tractatus ins Vietnamesische wird argumentiert, dass linguistische Variation aus den Komplexitäten der Veräußerlichung der Gedanken erwächst und nicht aus Fehlleistungen des Abbildens als solchem. Insgesamt schlagen die Aufsätze eine einheitliche Sicht vor, der zufolge Grammatik und Logik zwei Facetten eines einzigen repräsentationalen Unternehmens sind. Diese Sicht ermöglicht neue Erklärungen für die Verteilung modaler Ausdrücke, begründet eine prinzipiengeleitete Position zu Trivialität und Satzhaftigkeit und klärt die Rolle der Übersetzung an der Schnittstelle von Denken und Sprache.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-02-13
DOI
https://doi.org/10.18452/36258
Primary Topic
Wittgensteinian philosophy and applications
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
|||
ALL TIME
JAN
FEB
MAR
APR
MAY
JUN
JUL
AUG
SEP
OCT
article

Essays on Modality, Logicality, and the Tractatus

Tue Trinh
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Wittgensteinian philosophy and applications
article

Essays on Modality, Logicality, and the Tractatus

Tue Trinh
article en

Abstract

Diese Dissertation bringt die Sprachwissenschaft und die Philosophie in einen Dialog. Sie besteht aus vier miteinander verbundenen Aufsätzen. Der erste ist eine Fallstudie zur Modalität und vertritt die These, dass eine kategoriale Verschiebung einer semantischen entspricht: Die Adjektive "certain" und "possible" quantifizieren über Wissen, die Adverbien "certainly" und "possibly" über Glauben. In Verbindung mit philosophischen Auffassungen über Wissen und Glauben leitet diese Hypothese Intuitionen über Inferenzen, Verteilung und Akzeptabilität ab. Der zweite Aufsatz nimmt Wittgensteins Bildtheorie und eine These über die natürliche Sprache, Logicality, in den Blick. Er argumentiert, dass der formale Apparat hinter Logicality helfen kann, eine Dissonanz in Wittgensteins Position zu trivialen Sätzen aufzulösen, und zugleich einen Weg zu einer wechselseitigen Bereicherung zwischen analytischer Philosophie und generativer Linguistik eröffnet. Der dritte Aufsatz verteidigt Identity: die These, dass Wohlgeformtheit in der natürlichen Sprache mit Sinnhaftigkeit zusammenfällt. Er prüft die gegen diese These von Linguisten und Philosophen vorgebrachten Einwände und zeigt, wie eine wittgensteinische, bildtheoretische Perspektive diese Einwände zu zerstreuen vermag. Der vierte Aufsatz wendet sich der Übersetzung im Tractatus zu und rahmt Wittgensteins Bemerkung zur Übersetzung neu, indem er zwischen der Darstellung und der Vermittlung des Gedankens unterscheidet. Ausgehend von konkreten Schwierigkeiten bei der Übertragung des Tractatus ins Vietnamesische wird argumentiert, dass linguistische Variation aus den Komplexitäten der Veräußerlichung der Gedanken erwächst und nicht aus Fehlleistungen des Abbildens als solchem. Insgesamt schlagen die Aufsätze eine einheitliche Sicht vor, der zufolge Grammatik und Logik zwei Facetten eines einzigen repräsentationalen Unternehmens sind. Diese Sicht ermöglicht neue Erklärungen für die Verteilung modaler Ausdrücke, begründet eine prinzipiengeleitete Position zu Trivialität und Satzhaftigkeit und klärt die Rolle der Übersetzung an der Schnittstelle von Denken und Sprache.

edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Quality Education
Openalex Percentile: Top 57%
Wittgensteinian philosophy and applications
AI Navigator

Ask Laika to Summarize, Analyze, and Connect papers live on the map.

Summarize Papers & Methodologies

Extract key findings, datasets, and comparative methods across publications.

Benchmark Rankings & Visual Analytics

Rank top research institutions, authors, funders, topics, and journals by Field-Weighted Citation Impact (FWCI) and paper volume with instant charts.

Connect Distant Disciplines

Bridge topological clusters on the map to find hidden collaborative intersections.