Berechnung von Verbundglasscheiben
Zusammenfassung Mit Verbundglas werden transparente Bauteile als lastabtragende Bauteile realisiert, welche auch im Falle eines Glasbruchs die benötigte Robustheit in Form von Resttragfähigkeitseigenschaften aufweisen. Beispiele sind Überkopfverglasungen, absturz‐/durchsturzsichere sowie begehbare Verglasungen. In Deutschland ist normativ ein günstiger Ansatz des Schubverbundes bisher nicht zulässig, sodass analytische Berechnungsverfahren nicht in die DIN 18008 aufgenommen wurden. Ausnahmen gelten für Verbundgläser, deren Schubsteifigkeit nachgewiesen wurde. Unter Kenntnis dieser erfolgt dann mithilfe von FE‐Berechnungen die Ermittlung der belastungsdauer‐ und temperaturabhängigen Verformungen und Spannungen. Im Eurocode 10 wurde die sogenannte EET‐Methode aufgenommen, mit welcher analytisch effektive Dicken für verschiedene Lagerungs‐ und Lastsituationen von rechteckigen Glasscheiben bestimmt und die Spannungsverteilungen über den Verbundquerschnitt berechnet werden können. Nach einer kurzen Darstellung international verwendeter Ansätze zur Erfassung der Verbundtragwirkung werden die theoretischen Grundlagen der EET‐Methode ausführlich dargestellt und die praktische Anwendung an Beispielen demonstriert. Der Aufsatz wird ergänzt durch die CBET‐Methode, die sich insbesondere für eingespannte Glasbrüstungen eignet. Die Veröffentlichung ist der zweite Teil einer Reihe, in der Regeln und Berechnungsverfahren des neuen „Eurocode 10 – Bemessung und Konstruktion von Bauteilen aus Glas“ vorgestellt werden.
Authors
- Ruth Kasper
- Maximilian Laurs
- Markus Feldmann
Institutions
- TH Köln - University of Applied Sciences (DE)
- RWTH Aachen University (DE)
Publication Details
- Journal
- Stahlbau
- Published
- 2026-02-01
- DOI
- https://doi.org/10.1002/stab.70083
- Primary Topic
- Structural Analysis of Composite Materials
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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