Dermatoskopische Merkmale des Plattenepithelkarzinoms der Lippe und der aktinischen Cheilitis: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse
Zusammenfassung Das Plattenepithelkarzinom (SCC, squamous cell carcinoma ) der Lippe macht etwa 30% der oralen Malignome aus. Eine verzögerte Diagnose verschlechtert die Prognose und führt zu Tumorwachstum, einer Beteiligung regionaler Lymphknoten, Fernmetastasen sowie zur Notwendigkeit invasiver therapeutischer Maßnahmen. Die Dermatoskopie ist ein praktisches, kostengünstiges und nicht‐invasives diagnostisches Verfahren zur Erkennung kutaner Tumoren. Diese Übersichtsarbeit analysiert die häufigen dermatoskopischen Merkmale des SCC der Lippe und der aktinischen Cheilitis (AKC). Es wurde eine Recherche in MEDLINE, EMBASE und Web of Science nach originalen dermatoskopischen Studien durchgeführt. Gepoolte Anteile wurden unter Verwendung eines Random‐Effects‐Modells berechnet (95%‐Konfidenzintervall [KI]). Es wurden 11 Studien eingeschlossen: 325 Patienten, 205 SCC der Lippe und 122 AKC. Zu den wichtigsten dermatoskopischen Befunden beim SCC der Lippe gehörten weiße strukturlose Areale (61,9%), Ulzerationen (59,3%), weiße Halos (57,7%), Hyperkeratose bzw. Keratinauflagerungen (54,98%), ein rosaroter Hintergrund (50,5%), weißlich‐gelbe Farbtöne (41,8%) sowie glänzende weiße Streifen (24,5%). Polymorphe Gefäße wurden in 55,8% der Fälle beobachtet, monomorphe in 44,1% der Fälle. Die Gefäßmorphologie umfasste haarspangenförmige Gefäße (30,90%), serpiginöse Gefäße (22,27%), punktförmige Gefäße (21,46%) sowie glomerulusartige Gefäße (11,20%). Bei den AKC fanden sich weiße Halos in 66,14% der Fälle, weiße strukturlose Areale in 59,62%, weiße Schuppen in 57,90%, gelbe Schuppen in 30,14%, Ulzerationen in 32,43% und weiße Ringe in 9,94%. Zudem zeigten sie polymorphe Gefäße (72,93%), haarspangenförmige Gefäße (30,83%) und punktförmige Gefäße (20,71%). Die Dermatoskopie unterstützt die frühe Erkennung des SCC der Lippe und der AKC, obwohl überlappende Merkmale die genaue Unterscheidung erschweren können. In schwierigen Fällen bleibt die histopathologische Bestätigung unerlässlich. Zukünftige Studien sollten subgruppenspezifische dermatoskopische Muster weiter untersuchen.
Authors
- Rosa Lemmens‐Gruber (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-4817-6748)
- Naiara Fraga‐Braghiroli (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-7444-3678)
- João Vítor Andrade Fernandes (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-0619-4796)
- Lília Beatriz Oliveira (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-4941-4146)
- Beatriz Ximenes Mendes (ORCID: https://orcid.org/0009-0009-0788-130X)
- Larissa Calixto Hespanhol (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-1325-5948)
- Fernanda Andrade Silva
- Gabrielle de Lacerda Dantas Henrique (ORCID: https://orcid.org/0009-0005-3201-0646)
- H. C. Brito (ORCID: https://orcid.org/0009-0005-2624-3486)
- Nathália Freire Borba
- Isabelle Albuquerque Reis
Institutions
- Baptist Hospital of Miami (US)
- Harvard University (US)
- Universidade Federal da Paraíba (BR)
- Universidade Federal de Campina Grande (BR)
- Baptist Health South Florida (US)
- Centro Universitário do Espírito Santo (BR)
- Unichristus (BR)
Publication Details
- Journal
- JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
- Published
- 2026-02-01
- DOI
- https://doi.org/10.1111/ddg.15982_g
- Primary Topic
- Nonmelanoma Skin Cancer Studies
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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