Violence, crisis, and the rise of National-Socialism

Diese Dissertation untersucht den Wahlerfolg der NSDAP im Deutschland der Zwischenkriegszeit. Die ersten beiden Kapitel präsentieren neue Daten aus der Hauptstadt Berlin und analysieren den strategischen Einsatz von Gewalt durch die Nationalsozialisten in diesem urbanen Zentrum. Das dritte Kapitel untersucht die Auswirkungen von Schuldendeflation in ländlichen Regionen. Ich stelle einen neu erhobenen mikrogeographischen Datensatz zu Wahlergebnissen in Berlin vor, der 1,5 Millionen der insgesamt 3,3 Millionen Wähler*innen abdeckt. Während frühere Forschung nur sechs Datenpunkte pro Wahl nutzte, umfasst mein Datensatz, basierend auf Archivmaterial, rund 1.000 Beobachtungen pro Wahl. Ich validiere die Daten und Geokodierung, diskutiere den Aufbau eines Panels und beschreibe die Wahldynamiken 1921 bis 1933. Mit Fokus auf die Nationalsozialisten im Berlin der frühen 1930er-Jahre untersuche ich, wie antidemokratische Bewegungen Gewalt einsetzen, um Opposition einzudämmen und die Legitimität des Staates zu untergraben. Ich zeige, dass sie gezielt Straßenkämpfe in kommunistischen Hochburgen provozierten, um Mobilisierung einzuschränken. Diese Strategie drückte die Wahlbeteiligung bei geringen Kosten für die NSDAP und erzeugte nur begrenzt Gegenreaktionen. Qualitative Evidenz deutet darauf hin, dass die Nationalsozialisten diese Verluste in Kauf nahmen, um Gewalt propagandistisch auszuschlachten. Das gemeinsam verfasste Kapitel untersucht die politischen Kosten von Schuldendeflation in der Landwirtschaft. Primärdefizite führten bis 1928 zu einem Anstieg der Verschuldungsquoten; Deflation trieb sie bis 1932 auf ein untragbares Niveau. Wir konstruieren exogene Belastungsmaße auf Kreisebene und zeigen ihre Folgen für wirtschaftliche Not und politische Radikalisierung. Wir finden, dass Schuldendeflation den NSDAP-Stimmenanteil auf dem Land um acht Prozentpunkte erhöhte und damit eine Voraussetzung für ihre ländliche Dominanz und den Aufstieg zur parlamentarischen Macht war.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-02-03
DOI
https://doi.org/10.18452/35993
Primary Topic
European history and politics
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
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article

Violence, crisis, and the rise of National-Socialism

Monique Reiske
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
European history and politics
article

Violence, crisis, and the rise of National-Socialism

Monique Reiske
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Abstract

Diese Dissertation untersucht den Wahlerfolg der NSDAP im Deutschland der Zwischenkriegszeit. Die ersten beiden Kapitel präsentieren neue Daten aus der Hauptstadt Berlin und analysieren den strategischen Einsatz von Gewalt durch die Nationalsozialisten in diesem urbanen Zentrum. Das dritte Kapitel untersucht die Auswirkungen von Schuldendeflation in ländlichen Regionen. Ich stelle einen neu erhobenen mikrogeographischen Datensatz zu Wahlergebnissen in Berlin vor, der 1,5 Millionen der insgesamt 3,3 Millionen Wähler*innen abdeckt. Während frühere Forschung nur sechs Datenpunkte pro Wahl nutzte, umfasst mein Datensatz, basierend auf Archivmaterial, rund 1.000 Beobachtungen pro Wahl. Ich validiere die Daten und Geokodierung, diskutiere den Aufbau eines Panels und beschreibe die Wahldynamiken 1921 bis 1933. Mit Fokus auf die Nationalsozialisten im Berlin der frühen 1930er-Jahre untersuche ich, wie antidemokratische Bewegungen Gewalt einsetzen, um Opposition einzudämmen und die Legitimität des Staates zu untergraben. Ich zeige, dass sie gezielt Straßenkämpfe in kommunistischen Hochburgen provozierten, um Mobilisierung einzuschränken. Diese Strategie drückte die Wahlbeteiligung bei geringen Kosten für die NSDAP und erzeugte nur begrenzt Gegenreaktionen. Qualitative Evidenz deutet darauf hin, dass die Nationalsozialisten diese Verluste in Kauf nahmen, um Gewalt propagandistisch auszuschlachten. Das gemeinsam verfasste Kapitel untersucht die politischen Kosten von Schuldendeflation in der Landwirtschaft. Primärdefizite führten bis 1928 zu einem Anstieg der Verschuldungsquoten; Deflation trieb sie bis 1932 auf ein untragbares Niveau. Wir konstruieren exogene Belastungsmaße auf Kreisebene und zeigen ihre Folgen für wirtschaftliche Not und politische Radikalisierung. Wir finden, dass Schuldendeflation den NSDAP-Stimmenanteil auf dem Land um acht Prozentpunkte erhöhte und damit eine Voraussetzung für ihre ländliche Dominanz und den Aufstieg zur parlamentarischen Macht war.

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