Kern‑Schale: Versiegelung nanoporöser Partikel mit semipermeablen Kohlenstoffschichten befreit Hartkohlenstoffanoden von ihrem Dilemma

Zusammenfassung In der vorliegenden Arbeit wird eine Kern‐Schale‐Strategie vorgestellt, die das grundlegende Problem gängiger nichtgraphitischer Hartkohlenstoff‐Anoden adressiert: Hohe reversible Kapazitäten gehen bislang typischerweise mit erheblichen irreversiblen Verlusten in den ersten Zyklen einher. Analog zu Graphit, das sowohl Lithiumspeicherung als auch die Abtrennung von Elektrolytlösungsmitteln in einer homogenen Struktur vereint, zeigen wir, dass sich diese beiden Funktionen auch in nichtgraphitischen Kohlenstoffen gezielt in einer heterogenen Architektur kombinieren lassen. Hochporöse Aktivkohlen werden durch kinetisch kontrollierte Gasphasenabscheidung mit einer dünnen Schicht nichtgraphitischen Kohlenstoffs überzogen, sodass eine funktionale Kern‐Schale‐Struktur entsteht. Gasadsorptionsmessungen an Kern‐, Schalen‐, Kern‐Schale‐ und mechanisch beschädigte Kern‐Schale‐Partikeln, bestätigen, dass die Porosität des Kerns erhalten bleibt und die Schale semipermeabel ist. Die Sorption von Diethylcarbonat wird als geeignetere Methode im Vergleich zu N 2 ‐ oder CO 2 ‐Sorptionsmessungen eingeführt, um die irreversiblen Verluste des ersten Zyklus mit der tatsächlichen Flüssig‐Fest‐Grenzfläche von Kohlenstoffanoden zu verknüpfen. Die funktionalen Kern‐Schale‐Partikel zeigen eine stark reduzierte Aufnahme von Diethylcarbonat, was hohe reversible Kapazitäten bei deutlich geringeren Erstzyklusverlusten ermöglicht. Bei einer reversiblen Kapazität von 400 ± 24 mAh g − 1 und einer initialen Coulombeffizienz von 82 ± 2% zeigt sich, dass die dreistufige Natriumspeicherung in der gezielt entwickelten Kern‐Schale‐Architektur den größeren Ionenradius von Natrium gegenüber Lithium (372 mAh g − 1 in Graphit) kompensieren kann. Die entwickelten Kern‐Schale‐Anoden erreichen damit ein Leistungsniveau, das für eine kommerzielle Anwendung vielversprechend ist.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
Angewandte Chemie
Published
2026-01-22
DOI
https://doi.org/10.1002/ange.202519457
Primary Topic
Catalysis for Biomass Conversion
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
|||
ALL TIME
JAN
FEB
MAR
APR
MAY
JUN
JUL
AUG
SEP
OCT
article

Kern‑Schale: Versiegelung nanoporöser Partikel mit semipermeablen Kohlenstoffschichten befreit Hartkohlenstoffanoden von ihrem Dilemma

Jian Liang Low, Shu‐Han Wu, Carsten Prinz, Annica I. Freytag et al.
Angewandte Chemie
Catalysis for Biomass Conversion
article

Kern‑Schale: Versiegelung nanoporöser Partikel mit semipermeablen Kohlenstoffschichten befreit Hartkohlenstoffanoden von ihrem Dilemma

Jian Liang Low, Shu‐Han Wu, Carsten Prinz, Annica I. Freytag, Tim‐Patrick Fellinger, Nahom Enkubahri Asres, Paul Appel, Jonas Krug von Nidda, Nader Amadeu de Sousa
article en

Abstract

Zusammenfassung In der vorliegenden Arbeit wird eine Kern‐Schale‐Strategie vorgestellt, die das grundlegende Problem gängiger nichtgraphitischer Hartkohlenstoff‐Anoden adressiert: Hohe reversible Kapazitäten gehen bislang typischerweise mit erheblichen irreversiblen Verlusten in den ersten Zyklen einher. Analog zu Graphit, das sowohl Lithiumspeicherung als auch die Abtrennung von Elektrolytlösungsmitteln in einer homogenen Struktur vereint, zeigen wir, dass sich diese beiden Funktionen auch in nichtgraphitischen Kohlenstoffen gezielt in einer heterogenen Architektur kombinieren lassen. Hochporöse Aktivkohlen werden durch kinetisch kontrollierte Gasphasenabscheidung mit einer dünnen Schicht nichtgraphitischen Kohlenstoffs überzogen, sodass eine funktionale Kern‐Schale‐Struktur entsteht. Gasadsorptionsmessungen an Kern‐, Schalen‐, Kern‐Schale‐ und mechanisch beschädigte Kern‐Schale‐Partikeln, bestätigen, dass die Porosität des Kerns erhalten bleibt und die Schale semipermeabel ist. Die Sorption von Diethylcarbonat wird als geeignetere Methode im Vergleich zu N 2 ‐ oder CO 2 ‐Sorptionsmessungen eingeführt, um die irreversiblen Verluste des ersten Zyklus mit der tatsächlichen Flüssig‐Fest‐Grenzfläche von Kohlenstoffanoden zu verknüpfen. Die funktionalen Kern‐Schale‐Partikel zeigen eine stark reduzierte Aufnahme von Diethylcarbonat, was hohe reversible Kapazitäten bei deutlich geringeren Erstzyklusverlusten ermöglicht. Bei einer reversiblen Kapazität von 400 ± 24 mAh g − 1 und einer initialen Coulombeffizienz von 82 ± 2% zeigt sich, dass die dreistufige Natriumspeicherung in der gezielt entwickelten Kern‐Schale‐Architektur den größeren Ionenradius von Natrium gegenüber Lithium (372 mAh g − 1 in Graphit) kompensieren kann. Die entwickelten Kern‐Schale‐Anoden erreichen damit ein Leistungsniveau, das für eine kommerzielle Anwendung vielversprechend ist.

Angewandte ChemieVol. 138(10)
Federal Institute For Materials Research and Testing (DE), Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (DE), Freie Universität Berlin (DE)
Openalex Percentile: Top 81%
Catalysis for Biomass Conversion
AI Navigator

Ask Laika to Summarize, Analyze, and Connect papers live on the map.

Summarize Papers & Methodologies

Extract key findings, datasets, and comparative methods across publications.

Benchmark Rankings & Visual Analytics

Rank top research institutions, authors, funders, topics, and journals by Field-Weighted Citation Impact (FWCI) and paper volume with instant charts.

Connect Distant Disciplines

Bridge topological clusters on the map to find hidden collaborative intersections.