Rethinking Agroforestry Scaling: A Complexity-Based Perspective on Actor Networks and Knowledge Systems in Conflict-Affected Colombia

Nachhaltigkeitstransformationen in der Landwirtschaft können durch Agroforstsysteme (AFS) vorangetrieben werden, die holzige Mehrjährige mit Ackerpflanzen und/oder Viehhaltung kombinieren und in komplexe sozioökologische Kontexte eingebettet sind. Trotz ihres Potenzials zur Förderung ökologischer Funktionen und ländlicher Lebensgrundlagen stellt ihre Komplexität konventionelle, überwiegend top-down und technologieorientierte Skalierungsansätze infrage. Diese berücksichtigen häufig weder die sozioökologische Vielfalt noch örtlich verankertes Erfahrungswissen insbesondere in Kolumbien. Obwohl eingeschränkter Zugang zu Wissen als zentrales Hemmnis für die Skalierung von AFS gilt, werden tiefere strukturelle Faktoren bislang unzureichend berücksichtigt. Dies ist besonders relevant in konfliktbetroffenen Regionen, in denen Landnutzungsdynamiken, Machtverhältnisse und vielfältige Akteurskonstellationen die Entscheidungsfindung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern prägen. Vor diesem Hintergrund entwickelt diese Dissertation einen komplexitätsbasierten Ansatz zur kritischen Analyse der Skalierung von AFS, wobei Wissenssysteme als zentraler Hebelpunkt für Nachhaltigkeitstransformationen verstanden werden. Die kumulativ aufgebaute Arbeit basiert auf vier peer-reviewten Fachartikeln und verbindet Skalierungskonzepte (Scaling out, up und deep) mit systemischen Hebelpunkten, gestützt auf Theorien komplexer adaptiver Systeme und Netzwerkanalysen. Anhand einer Mixed-Methods-Vergleichsstudie zur Kakao-Agroforstwirtschaft in zwei konfliktbetroffenen Regionen Kolumbiens werden regionale und lokale Skalierungsprozesse untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass AFS-Skalierung nicht nur durch materielle Einschränkungen begrenzt ist sondern auch durch strukturelle Landprobleme, fragmentierte Akteursnetzwerke, dominante Wissensparadigmen und lineare Denkstrukturen. Transformative Skalierung erfordert daher epistemische Neuorientierungen, reziproke Kooperation und die Stärkung sozialer Lernprozesse.

Authors

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2026-01-21
DOI
https://doi.org/10.18452/36037
Primary Topic
Agriculture, Land Use, Rural Development
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
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Controls
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article

Rethinking Agroforestry Scaling: A Complexity-Based Perspective on Actor Networks and Knowledge Systems in Conflict-Affected Colombia

Leidy Tatiana Rodríguez Torres
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Agriculture, Land Use, Rural Development
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Rethinking Agroforestry Scaling: A Complexity-Based Perspective on Actor Networks and Knowledge Systems in Conflict-Affected Colombia

Leidy Tatiana Rodríguez Torres
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Abstract

Nachhaltigkeitstransformationen in der Landwirtschaft können durch Agroforstsysteme (AFS) vorangetrieben werden, die holzige Mehrjährige mit Ackerpflanzen und/oder Viehhaltung kombinieren und in komplexe sozioökologische Kontexte eingebettet sind. Trotz ihres Potenzials zur Förderung ökologischer Funktionen und ländlicher Lebensgrundlagen stellt ihre Komplexität konventionelle, überwiegend top-down und technologieorientierte Skalierungsansätze infrage. Diese berücksichtigen häufig weder die sozioökologische Vielfalt noch örtlich verankertes Erfahrungswissen insbesondere in Kolumbien. Obwohl eingeschränkter Zugang zu Wissen als zentrales Hemmnis für die Skalierung von AFS gilt, werden tiefere strukturelle Faktoren bislang unzureichend berücksichtigt. Dies ist besonders relevant in konfliktbetroffenen Regionen, in denen Landnutzungsdynamiken, Machtverhältnisse und vielfältige Akteurskonstellationen die Entscheidungsfindung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern prägen. Vor diesem Hintergrund entwickelt diese Dissertation einen komplexitätsbasierten Ansatz zur kritischen Analyse der Skalierung von AFS, wobei Wissenssysteme als zentraler Hebelpunkt für Nachhaltigkeitstransformationen verstanden werden. Die kumulativ aufgebaute Arbeit basiert auf vier peer-reviewten Fachartikeln und verbindet Skalierungskonzepte (Scaling out, up und deep) mit systemischen Hebelpunkten, gestützt auf Theorien komplexer adaptiver Systeme und Netzwerkanalysen. Anhand einer Mixed-Methods-Vergleichsstudie zur Kakao-Agroforstwirtschaft in zwei konfliktbetroffenen Regionen Kolumbiens werden regionale und lokale Skalierungsprozesse untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass AFS-Skalierung nicht nur durch materielle Einschränkungen begrenzt ist sondern auch durch strukturelle Landprobleme, fragmentierte Akteursnetzwerke, dominante Wissensparadigmen und lineare Denkstrukturen. Transformative Skalierung erfordert daher epistemische Neuorientierungen, reziproke Kooperation und die Stärkung sozialer Lernprozesse.

edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Zero hunger
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Agriculture, Land Use, Rural Development
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