CO <sub>2</sub> ‐Amortisationszeit mehrschaliger Glasfassaden
Abstrakt Mehrschalige Fassaden, insbesondere Closed‐Cavity‐Fassaden (CCF), waren lange der Goldstandard energieeffizienter Gebäudehüllen hoher Bürogebäude mit hohem Verglasungsanteil. Konstruktionsbedingte Bautiefen und ein erhöhter Glasanteil lassen solche Konstruktionen unter Nachhaltigkeitsaspekten und bei der Ermittlung des gebundenen CO 2 zunächst unter Druck geraten. Zusätzlich schlägt der operative Energiebedarf für die Trockenluftversorgung zu Buche. Es stellt sich daher die Frage, welche CO 2 ‐Amortisationszeit sich tatsächlich einstellt und ob insbesondere eine CCF nicht nur zur Gebäudeenergieeffizienz beiträgt, sondern auch unter holistischen Nachhaltigkeitsaspekten bestehen kann. Der Beitrag vergleicht eine elementierte Closed‐Cavity‐Fassade mit einer elementierten einschaligen Konstruktion mit innenliegendem Sonnenschutz. In Abhängigkeit von der Fassadenorientierung zeigen mehrschalige Fassaden in Mitteleuropa einen um ca. 25 kWh/m 2 geringeren operativen Kühlbedarf pro Jahr bei ca. 1,5 kg höheren Aluminiumbedarf pro m 2 Fassadenfläche, was in Verbindung mit einer zusätzlichen „Prallscheibe“ zu einem erhöhten Anteil an gebundenem CO 2 ‐Gehalt von ca. 30 kg CO 2 e pro m 2 Fassade führt. Bereits bei Verwendung von reinem Primäraluminium ist eine CO 2 ‐Amortisationszeit der CCF in Abhängigkeit vom Klima von weniger als 10 Jahren möglich. Darüber hinaus wird im Beitrag auf den positiven Einfluss auf die Behaglichkeit für den Nutzer eingegangen. Die mehrschalige Fassadenlösung mit außenliegendem steuerbarem Sonnenschutz erscheint somit für spezielle Gebäudetypen nicht nur aus Performance‐, sondern auch aus Nachhaltigkeitsgründen sinnvoll.
Authors
- Stefan Wiedemann
Institutions
- Gaertner (United States) (US)
Publication Details
- Journal
- Stahlbau
- Published
- 2026-01-15
- DOI
- https://doi.org/10.1002/stab.70084
- Primary Topic
- Building Energy and Comfort Optimization
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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