Momentum and carry in commodity futures trading

Diese Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Momentum- und Carry-Strategien an den Terminmärkten für Rohstoffe mit dem Ziel, das Ausmass und die Treiber ihrer Überlappung besser zu verstehen. Auf Basis täglicher Futures-Daten von 2000 bis 2024 beginnt die Analyse mit dem WTI-Rohölmarkt und wird anschliessend auf eine sektorübergreifende Untersuchung von 14 Rohstoffen aus den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Metalle ausgeweitet. Zur Analyse der Wechselwirkungen zwischen den Strategien wird die Korrelation zwischen standardisierten Momentum- und Carry-Signalen in eine Vorzeichen- und eine Betragskomponente zerlegt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Korrelation nicht ausschliesslich auf die Richtung der Signale zurückzuführen ist, sondern insbesondere dann verstärkt auftritt, wenn beide Signale gleichzeitig hohe Ausprägungen aufweisen. Dies deutet darauf hin, dass die Überlappung zwischen Momentum und Carry strukturell bedingt ist und nicht zufällig erfolgt. Sektorübergreifend steigt die Korrelation mit längeren Momentum-Lookback-Perioden an und ist insbesondere in den Energie- und Agrarmärkten ausgeprägt. Die Met-allmärkte hingegen weisen schwache oder sogar negative Korrelationen auf, was vermutlich auf ihre persistente Contango-Struktur zurückzuführen ist. Eine Performance-Analyse gleichgewichteter, risikobasierter Portfolios bestätigt diese Befunde: Beide Strategien erzielen häufig gleichzeitig positive Ergebnisse – insbesondere in Phasen ausgeprägter Markttrends. Die Resultate legen nahe, dass sich Momentum- und Carry-Strategien zwar inhaltlich ergänzen, jedoch nicht unabhängig voneinander sind. Ein vertieftes Verständnis ihrer Interaktion kann zur Optimierung des Strategie-Designs und zur Verbesserung der Risikodiversifikation im systematischen Rohstoffhandel beitragen.

Authors

Publication Details

Journal
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften digital collection (Zurich University of Applied Sciences)
Published
2025-06-06
DOI
https://doi.org/10.21256/zhaw-34980
Primary Topic
Market Dynamics and Volatility
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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ALL TIME
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OCT
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Momentum and carry in commodity futures trading

Mike Gasser
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften digital collection (Zurich University of Applied Sciences)
Market Dynamics and Volatility
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Momentum and carry in commodity futures trading

Mike Gasser
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Abstract

Diese Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Momentum- und Carry-Strategien an den Terminmärkten für Rohstoffe mit dem Ziel, das Ausmass und die Treiber ihrer Überlappung besser zu verstehen. Auf Basis täglicher Futures-Daten von 2000 bis 2024 beginnt die Analyse mit dem WTI-Rohölmarkt und wird anschliessend auf eine sektorübergreifende Untersuchung von 14 Rohstoffen aus den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Metalle ausgeweitet. Zur Analyse der Wechselwirkungen zwischen den Strategien wird die Korrelation zwischen standardisierten Momentum- und Carry-Signalen in eine Vorzeichen- und eine Betragskomponente zerlegt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Korrelation nicht ausschliesslich auf die Richtung der Signale zurückzuführen ist, sondern insbesondere dann verstärkt auftritt, wenn beide Signale gleichzeitig hohe Ausprägungen aufweisen. Dies deutet darauf hin, dass die Überlappung zwischen Momentum und Carry strukturell bedingt ist und nicht zufällig erfolgt. Sektorübergreifend steigt die Korrelation mit längeren Momentum-Lookback-Perioden an und ist insbesondere in den Energie- und Agrarmärkten ausgeprägt. Die Met-allmärkte hingegen weisen schwache oder sogar negative Korrelationen auf, was vermutlich auf ihre persistente Contango-Struktur zurückzuführen ist. Eine Performance-Analyse gleichgewichteter, risikobasierter Portfolios bestätigt diese Befunde: Beide Strategien erzielen häufig gleichzeitig positive Ergebnisse – insbesondere in Phasen ausgeprägter Markttrends. Die Resultate legen nahe, dass sich Momentum- und Carry-Strategien zwar inhaltlich ergänzen, jedoch nicht unabhängig voneinander sind. Ein vertieftes Verständnis ihrer Interaktion kann zur Optimierung des Strategie-Designs und zur Verbesserung der Risikodiversifikation im systematischen Rohstoffhandel beitragen.

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