Endlich normale Nazis?
Abstract Nach 1945 avancierte Normalität zu einem Schlüsselbegriff, mit dem zunächst in der Psychologie, später auch in der Soziologie und Geschichtswissenschaft die Persönlichkeiten und das Handeln von NS-Tätern untersucht wurden. In den späten 1970er Jahren griff die Alltagsgeschichte den Begriff auf, um die Lebenswelten unter nationalsozialistischer Herrschaft zu analysieren. Anhand zentraler Beispiele – von den Nürnberger Prozessen über Täterstudien bis hin zu neueren Arbeiten zur „Volksgemeinschaft“ – zeigt Clemens Villinger, dass Normalität keine historische Gegebenheit ist, sondern als wissenschaftlich-diskursive Kategorie verstanden werden muss, deren analytischer Nutzen stets kritisch zu reflektieren ist.
Authors
- Clemens Villinger (ORCID: https://orcid.org/0000-0002-8401-1668)
Institutions
- Deutsches Historisches Institut London (GB)
Publication Details
- Journal
- Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte
- Published
- 2025-11-26
- DOI
- https://doi.org/10.1515/vfzg-2026-0004
- Primary Topic
- German History and Society
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
- 0.00