Abrasivität von Sandsteinen aus dem Süddeutschen Molassebecken

Abstrakt Neben den bereits genutzten Oberjura‐Karbonaten des süddeutschen Molassebeckens stellen die Sandstein‐Horizonte des überlagernden Tertiärs potenzielle mitteltiefe bis tiefe geothermische Reservoire in Bayern dar. Da sich diese in ihren mechanischen Eigenschaften deutlich von den Karbonaten des Oberjura unterscheiden, galt es, sie entsprechend zu untersuchen. Neben der geologisch‐petrografischen Beschreibung von 176 In‐situ‐Proben wurden diese auch hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Verschleiß hervorzurufen, also ihrer Abrasivität untersucht. Diese ist für die Bohrkosten bei der Erschließung geothermischer Reservoire von großer Bedeutung, variiert jedoch deutlich je nach petrografischem Aufbau der Gesteine. Mittels Röntgendiffraktometrie (XRD) und Dünnschliffauswertung wurde die Mineralzusammensetzung der Gesteine ermittelt. Mit dem daraus abzuleitenden äquivalenten Quarzgehalt (F ÄQu ) und auch dem CERCHAR‐Versuch wurden Abrasivitätskennwerte bestimmt. Neben dem Anteil an schleißscharfen Mineralen beeinflussen deren Korngröße und die Kornbindung der Gesteine die Abrasivität maßgeblich. Der CERCHAR‐Versuch ist die sinnvollste Methode, um an intakten Felsproben die Abrasivität der Gesteine zu ermitteln. Als Ergänzung und insbesondere, wenn bei Tiefbohrungen keine Kern‐, sondern nur Spülproben genommen werden, ist eine detailliertere Untersuchung der Gesteine hinsichtlich deren mineralogischer Zusammensetzung, der Korngröße und der Kornbindungsstärke zu empfehlen.

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Publication Details

Journal
geotechnik
Published
2026-01-06
DOI
https://doi.org/10.1002/gete.70017
Primary Topic
CO2 Sequestration and Geologic Interactions
Type
article
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article

Abrasivität von Sandsteinen aus dem Süddeutschen Molassebecken

Renate Reschetizka, Catharina Drexl, Kurosch Thuro, Lilith Fröhlich et al.
geotechnik
CO2 Sequestration and Geologic Interactions
article

Abrasivität von Sandsteinen aus dem Süddeutschen Molassebecken

Renate Reschetizka, Catharina Drexl, Kurosch Thuro, Lilith Fröhlich, Justin Mattheis
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Abstract

Abstrakt Neben den bereits genutzten Oberjura‐Karbonaten des süddeutschen Molassebeckens stellen die Sandstein‐Horizonte des überlagernden Tertiärs potenzielle mitteltiefe bis tiefe geothermische Reservoire in Bayern dar. Da sich diese in ihren mechanischen Eigenschaften deutlich von den Karbonaten des Oberjura unterscheiden, galt es, sie entsprechend zu untersuchen. Neben der geologisch‐petrografischen Beschreibung von 176 In‐situ‐Proben wurden diese auch hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Verschleiß hervorzurufen, also ihrer Abrasivität untersucht. Diese ist für die Bohrkosten bei der Erschließung geothermischer Reservoire von großer Bedeutung, variiert jedoch deutlich je nach petrografischem Aufbau der Gesteine. Mittels Röntgendiffraktometrie (XRD) und Dünnschliffauswertung wurde die Mineralzusammensetzung der Gesteine ermittelt. Mit dem daraus abzuleitenden äquivalenten Quarzgehalt (F ÄQu ) und auch dem CERCHAR‐Versuch wurden Abrasivitätskennwerte bestimmt. Neben dem Anteil an schleißscharfen Mineralen beeinflussen deren Korngröße und die Kornbindung der Gesteine die Abrasivität maßgeblich. Der CERCHAR‐Versuch ist die sinnvollste Methode, um an intakten Felsproben die Abrasivität der Gesteine zu ermitteln. Als Ergänzung und insbesondere, wenn bei Tiefbohrungen keine Kern‐, sondern nur Spülproben genommen werden, ist eine detailliertere Untersuchung der Gesteine hinsichtlich deren mineralogischer Zusammensetzung, der Korngröße und der Kornbindungsstärke zu empfehlen.

geotechnikVol. 49(1)
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CO2 Sequestration and Geologic Interactions
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