Im Brennglas: Kameradschaftsehe
Abstract In der Weimarer Republik rangen Zeitgenossen um die Deutungshoheit über die Institutionen Ehe und Familie, denen eine Ordnungsfunktion für die Nation zugeschrieben wurde. Dabei entwickelte sich das von Ben B. Lindsey und Wainwright Evans entwickelte Modell der Kameradschaftsehe zu einem diskursiven Brennpunkt: Darüber wurde verhandelt, wie künftig das Zusammenleben der Geschlechter und Generationen geordnet werden sollte und welche gesellschaftliche Bedeutung Sexualität, Geburtenentwicklung, Eugenik und Ehescheidung haben sollten. In der Debatte verschob sich die Bewertung von Ehe und Familie. Sie galten nicht mehr ausschließlich als Institutionen mit Ordnungsfunktionen, sondern wurden auch als individuell ausgestaltbare Paarbeziehungen mit einem spezifischen Eigenwert gesehen. Dieser Punkt gewann nach 1945 an gesellschaftlicher Relevanz.
Authors
- Christopher Neumaier
Institutions
- Leibniz-Centre for Contemporary History (DE)
Publication Details
- Journal
- Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte
- Published
- 2025-11-26
- DOI
- https://doi.org/10.1515/vfzg-2026-0002
- Primary Topic
- European history and politics
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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