Beyond the Threshold: Spatial Relations Through the Japanese Concept of Ma

Diese Arbeit untersucht die Erstellung räumlicher Beziehung anhand des japanischen Konzepts von Ma 間. Ma dient dabei als Grundlage für das Verständnis der japanischen Bautradition. Die Arbeit beginnt mit der Erforschung historischer und kultureller Wurzeln von Ma in der japanischen Kultur, Kunst und Architektur. Sie untersucht, wie traditionelle Wohngebäude wie die Minka oder das Machiya-Stadthaus Ma in gebauter Form realisieren. Dieser analytische Ansatz offenbart eine Architektur, die durch Schwellen und vermittelnde Räume definiert ist: die Engawa (Veranda), der Tsuboniwa (Innerer Garten) oder die Roji (Gasse) werden zu Orten der Begegnung zwischen Mensch, Natur und gebautem Raum.Ausgehend von dieser theoretischen und historischen Grundlage entwickelt die Arbeit drei Essays, die sich mit wesentlichen Konzepten zur Raumbeziehung beschäftigen. Diese werden im Zusammenhang mit den aktuellen Herausforderungen des Wohnungsbaus beleuchtet. Sie umfassen das Feld der räumlichen Ambiguität, die Transparenz und den negativen Raum und definieren Sie als Mittel, um die Vermittlung zwischen privatem und öffentlichem Wohnraum neu zu denken. Zeitgenössische Wohnprojekte japanischer Architekten wie der Wohnkomplex Nishinoyama von Kazujo Sejima helfen dabei, den Diskurs in der Gegenwart zu verorten. Der Entwurf eines Wohnkomplexes in Kyōto setzt diese Überlegungen in die Praxis um. Er schlägt eine Architektur vor, in der Schwellenräume zum Vermittler dualer Eigenschaften werden. Privatsphäre und Öffentlichkeit koexisitern dabei in einem Feld der gegensätzlichen Beziehung. Ma wird somit zum konkreten Ansatz für den Raumentwurf im Wohnbau, der sich nicht in Schwarz-Weiß kategorisieren lässt, sondern alle Graubereiche zulässt, die sich durch Raumschichte, Schwellen und Negativraum ergeben.

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
reposiTUm (TU Wien)
Published
2025-12-01
DOI
https://doi.org/10.34726/hss.2025.124801
Primary Topic
Architecture, Modernity, and Design
Type
article
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article

Beyond the Threshold: Spatial Relations Through the Japanese Concept of Ma

Casper Bellink
reposiTUm (TU Wien)
Architecture, Modernity, and Design
article

Beyond the Threshold: Spatial Relations Through the Japanese Concept of Ma

Casper Bellink
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Abstract

Diese Arbeit untersucht die Erstellung räumlicher Beziehung anhand des japanischen Konzepts von Ma 間. Ma dient dabei als Grundlage für das Verständnis der japanischen Bautradition. Die Arbeit beginnt mit der Erforschung historischer und kultureller Wurzeln von Ma in der japanischen Kultur, Kunst und Architektur. Sie untersucht, wie traditionelle Wohngebäude wie die Minka oder das Machiya-Stadthaus Ma in gebauter Form realisieren. Dieser analytische Ansatz offenbart eine Architektur, die durch Schwellen und vermittelnde Räume definiert ist: die Engawa (Veranda), der Tsuboniwa (Innerer Garten) oder die Roji (Gasse) werden zu Orten der Begegnung zwischen Mensch, Natur und gebautem Raum.Ausgehend von dieser theoretischen und historischen Grundlage entwickelt die Arbeit drei Essays, die sich mit wesentlichen Konzepten zur Raumbeziehung beschäftigen. Diese werden im Zusammenhang mit den aktuellen Herausforderungen des Wohnungsbaus beleuchtet. Sie umfassen das Feld der räumlichen Ambiguität, die Transparenz und den negativen Raum und definieren Sie als Mittel, um die Vermittlung zwischen privatem und öffentlichem Wohnraum neu zu denken. Zeitgenössische Wohnprojekte japanischer Architekten wie der Wohnkomplex Nishinoyama von Kazujo Sejima helfen dabei, den Diskurs in der Gegenwart zu verorten. Der Entwurf eines Wohnkomplexes in Kyōto setzt diese Überlegungen in die Praxis um. Er schlägt eine Architektur vor, in der Schwellenräume zum Vermittler dualer Eigenschaften werden. Privatsphäre und Öffentlichkeit koexisitern dabei in einem Feld der gegensätzlichen Beziehung. Ma wird somit zum konkreten Ansatz für den Raumentwurf im Wohnbau, der sich nicht in Schwarz-Weiß kategorisieren lässt, sondern alle Graubereiche zulässt, die sich durch Raumschichte, Schwellen und Negativraum ergeben.

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