Lost in Translation
Anhand des Beispiels der Stadt Sarajevo untersucht diese Arbeit, wie sich politische Ideologien, kulturelle Narrative und soziale Umbrüche im öffentlichen Raum widerspiegeln. Auf der Grundlage eines theoretischen Rahmens, der Architektur, Urbanismus, Soziologie und politische Theorie miteinander verknüpft, wird Sarajevo als räumlicher Palimpsest gelesen: als eine Stadt, in der sich historische Schichten physisch, symbolisch und emotional überlagern. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse der öffentlichen Räume Sarajevos entlang der städtischen Talachse, die sich wie eine dreidimensionale Zeitachse liest. Von der osmanischen Zeit über die Habsburgermonarchie und die sozialistische Phase Jugoslawiens bis hin zum postsozialistischen Kapitalismus untersucht das Projekt, wie jede Epoche ihre ideologischen Spuren in der gebauten Umwelt hinterlassen hat. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Baščaršija-Platz, dessen heutiges Erscheinungsbild die Überlagerung zahlreicher Schichten aus vergangenen sozio-politischen Epochen verdeutlicht. Die Arbeit verbindet theoretische Reflexion mit räumlicher Analyse und persönlichen Bezügen, um ein vielschichtiges Bild einer Stadt zu zeichnen, die eine Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart darstellt.
Authors
- Hanna Maresch
Institutions
- TU Wien (AT)
Publication Details
- Journal
- reposiTUm (TU Wien)
- Published
- 2025-12-01
- DOI
- https://doi.org/10.34726/hss.2025.127704
- Primary Topic
- Balkans: History, Politics, Society
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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