Implications of collective transport automation for rural accessibility

Rahmen: Ländliche Gebiete weisen typischerweise eine geringere Erreichbarkeit auf als städtische Gebiete. Diese Situation ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, wie das Fehlen von Möglichkeiten vor Ort, die langen täglichen Fahrtwege und die geringe Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs. Diese Probleme beeinträchtigen häufig die Attraktivität ländlicher Gebiete und könnten zu deren Entvölkerung beitragen. Gleichzeitig wirken sie sich auf das Wohlbefinden der ländlichen Bevölkerung aus, insbesondere auf Menschen ohne Zugang zu privaten Fahrzeugen oder mit starken zeitlichen und räumlichen Einschränkungen. Autonome Fahrzeuge (AVs) könnten diese Situation in den kommenden Jahrzehnten verändern, etwa durch Verbesserungen im ländlichen öffentlichen Nahverkehr und durch die Steigerung der Erreichbarkeit. So könnten traditionelle Buslinien häufiger verkehren, während nachfrageorientierte Fahrgemeinschaftsdienste auch in Gebieten mit geringerer Nachfrage verfügbar werden könnten. Stand der Forschung: Nichtsdestotrotz sind Studien, die das Zusammenspiel zwischen AVs, ländlichen Gebieten und deren potenziellen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit untersuchen, nach wie vor begrenzt. Die meisten Forschungen konzentrieren sich auf städtische Gebiete, wo AVs voraussichtlich die deutlichsten Veränderungen in Bezug auf Aspekte wie Mobilitätsgrad, Modal-Split, Verkehrsüberlastung und Parkraumbedarf auslösen werden. Nur wenige Studien haben untersucht, wie AVs zur Verbesserung des ländlichen öffentlichen Nahverkehrs beitragen könnten, und noch weniger haben versucht, ihre potenziellen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit in ländlichen Gebieten zu messen, insbesondere auf der individuellen Ebene oder in Bezug auf bestimmte Bevölkerungsgruppen. Ziel der Dissertation: Vor dem Hintergrund dieses Rahmens untersucht die Dissertation die potenziellen Auswirkungen der Automatisierung des öffentlichen Nahverkehrs auf die Erreichbarkeit ländlicher Gebiete. Insbesondere werden sowohl die individuellen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit einzelner (Gruppen von) ländlichen Bewohnern als auch die kollektiven Auswirkungen auf ländliche Gebiete insgesamt betrachtet. Für diese Analyse dient das ländliche Tal von Mühlwald in Südtirol (Italien) und eine Stichprobe seiner Bewohner als Fallstudie. Die abgeschiedene Lage dieses Gebiets und das derzeit begrenzte Angebot an öffentlichen Verkehrsdiensten machen es geeignet für den Forschungszweck. Struktur der Dissertation: Um das Ziel zu erreichen, wurde im Rahmen dieser Dissertation ein Forschungsantrag erstellt, der 2021 vom Österreichischen Wissenschaftsfonds finanziert wurde, sowie sieben begutachtete Fachartikel verfasst. In der ersten Phase wird eine Literaturrecherche durchgeführt, um ein konzeptionelles Rahmenwerk für die potenziellen Auswirkungen AVs auf die Erreichbarkeit zu erstellen (Artikel 1). In der zweiten Phase werden konzeptionelle Anwendungsfälle entwickelt, die mögliche Einsatzmöglichkeiten von AVs im ländlichen öffentlichen Verkehr vorschlagen (Artikel 2); zudem werden fünf konkrete Szenarien für das Verkehrsangebot in Mühlwald entwickelt, deren Leistung quantifiziert wird (Artikel 3). Parallel dazu werden Modelle zur Messung der Erreichbarkeit auf individueller und kollektiver Ebene geprüft, wobei das Raum-Zeit-Modell als geeignete Referenz identifiziert wird (Artikel 4). Dieses Modell wird an die spezifischen Projektanforderungen angepasst und getestet, was zur Entwicklung des sogenannten „Raum-Zeit-Erreichbarkeitsmodells für den öffentlichen Nahverkehr“ (PT-STA-Modell; Artikel 5) führt. In der letzten Phase wird das PT-STA-Modell auf die fünf Verkehrsangebots-Szenarien angewendet, um deren potenzielle Auswirkungen auf die individuelle und kollektive Raum-Zeit-Erreichbarkeit zu schätzen

Authors

Institutions

Publication Details

Journal
reposiTUm (TU Wien)
Published
2025-12-01
DOI
https://doi.org/10.34726/hss.2025.138800
Primary Topic
Transportation and Mobility Innovations
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
Controls
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JUL
AUG
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OCT
article

Implications of collective transport automation for rural accessibility

Alberto Dianin
reposiTUm (TU Wien)
Transportation and Mobility Innovations
article

Implications of collective transport automation for rural accessibility

Alberto Dianin
article en

Abstract

Rahmen: Ländliche Gebiete weisen typischerweise eine geringere Erreichbarkeit auf als städtische Gebiete. Diese Situation ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, wie das Fehlen von Möglichkeiten vor Ort, die langen täglichen Fahrtwege und die geringe Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs. Diese Probleme beeinträchtigen häufig die Attraktivität ländlicher Gebiete und könnten zu deren Entvölkerung beitragen. Gleichzeitig wirken sie sich auf das Wohlbefinden der ländlichen Bevölkerung aus, insbesondere auf Menschen ohne Zugang zu privaten Fahrzeugen oder mit starken zeitlichen und räumlichen Einschränkungen. Autonome Fahrzeuge (AVs) könnten diese Situation in den kommenden Jahrzehnten verändern, etwa durch Verbesserungen im ländlichen öffentlichen Nahverkehr und durch die Steigerung der Erreichbarkeit. So könnten traditionelle Buslinien häufiger verkehren, während nachfrageorientierte Fahrgemeinschaftsdienste auch in Gebieten mit geringerer Nachfrage verfügbar werden könnten. Stand der Forschung: Nichtsdestotrotz sind Studien, die das Zusammenspiel zwischen AVs, ländlichen Gebieten und deren potenziellen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit untersuchen, nach wie vor begrenzt. Die meisten Forschungen konzentrieren sich auf städtische Gebiete, wo AVs voraussichtlich die deutlichsten Veränderungen in Bezug auf Aspekte wie Mobilitätsgrad, Modal-Split, Verkehrsüberlastung und Parkraumbedarf auslösen werden. Nur wenige Studien haben untersucht, wie AVs zur Verbesserung des ländlichen öffentlichen Nahverkehrs beitragen könnten, und noch weniger haben versucht, ihre potenziellen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit in ländlichen Gebieten zu messen, insbesondere auf der individuellen Ebene oder in Bezug auf bestimmte Bevölkerungsgruppen. Ziel der Dissertation: Vor dem Hintergrund dieses Rahmens untersucht die Dissertation die potenziellen Auswirkungen der Automatisierung des öffentlichen Nahverkehrs auf die Erreichbarkeit ländlicher Gebiete. Insbesondere werden sowohl die individuellen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit einzelner (Gruppen von) ländlichen Bewohnern als auch die kollektiven Auswirkungen auf ländliche Gebiete insgesamt betrachtet. Für diese Analyse dient das ländliche Tal von Mühlwald in Südtirol (Italien) und eine Stichprobe seiner Bewohner als Fallstudie. Die abgeschiedene Lage dieses Gebiets und das derzeit begrenzte Angebot an öffentlichen Verkehrsdiensten machen es geeignet für den Forschungszweck. Struktur der Dissertation: Um das Ziel zu erreichen, wurde im Rahmen dieser Dissertation ein Forschungsantrag erstellt, der 2021 vom Österreichischen Wissenschaftsfonds finanziert wurde, sowie sieben begutachtete Fachartikel verfasst. In der ersten Phase wird eine Literaturrecherche durchgeführt, um ein konzeptionelles Rahmenwerk für die potenziellen Auswirkungen AVs auf die Erreichbarkeit zu erstellen (Artikel 1). In der zweiten Phase werden konzeptionelle Anwendungsfälle entwickelt, die mögliche Einsatzmöglichkeiten von AVs im ländlichen öffentlichen Verkehr vorschlagen (Artikel 2); zudem werden fünf konkrete Szenarien für das Verkehrsangebot in Mühlwald entwickelt, deren Leistung quantifiziert wird (Artikel 3). Parallel dazu werden Modelle zur Messung der Erreichbarkeit auf individueller und kollektiver Ebene geprüft, wobei das Raum-Zeit-Modell als geeignete Referenz identifiziert wird (Artikel 4). Dieses Modell wird an die spezifischen Projektanforderungen angepasst und getestet, was zur Entwicklung des sogenannten „Raum-Zeit-Erreichbarkeitsmodells für den öffentlichen Nahverkehr“ (PT-STA-Modell; Artikel 5) führt. In der letzten Phase wird das PT-STA-Modell auf die fünf Verkehrsangebots-Szenarien angewendet, um deren potenzielle Auswirkungen auf die individuelle und kollektive Raum-Zeit-Erreichbarkeit zu schätzen

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