Women Empowerment als Gradmesser von Entwicklung?
Zusammenfassung Die Konditionen, unter denen Frauen im Vergleich zu Männern im sogenannten globalen Süden leben, gelten als allgemeiner Anzeiger für den Entwicklungsstand einer Region. Der Grad an Geschlechterangleichung wird dabei an Maßnahmen gemessen, die unter dem Stichwort »Women Empowerment« stehen. Der vorliegende Beitrag stellt die angenommene Objektivität solcher Messungen mit dem Argument infrage, dass diese auf Repräsentationspraktiken zurückgehen, die die zu taxierenden Kategorien erst herausbilden. Am Bildungsmaterial zum Thema »Fairer Handel« kann gezeigt werden, wie die Kategorie der zu »empowernden« Frau als mehrfach abhängige Produzentin Gestalt annimmt. Mit derartigen Bezeichnungspraktiken gehen kulturelle Hierarchisierungen einher, die den sogenannten globalen Norden als Norm festsetzen. Mit dieser Kategorienkritik kann sich eine Revision gegenwärtiger Advocacy-Praktiken in der Entwicklungsarbeit verbinden lassen.
Authors
- Doris Günther-Kriegel
Institutions
- Martin Luther University Halle-Wittenberg (DE)
Publication Details
- Journal
- Berliner Theologische Zeitschrift
- Published
- 2025-06-01
- DOI
- https://doi.org/10.1515/bthz-2025-0012
- Primary Topic
- Tourism, Volunteerism, and Development
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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