Risikofaktor „Psychisch kranke Mutter“

Zusammenfassung: Theorie: Kinder psychisch kranker Eltern sind von einem erhöhten Risiko betroffen, selbst psychisch zu erkranken. Die Studienlage zur Geschlechtsspezifität dieses Risikos ist bislang uneinheitlich. Methode: N = 216 Mutter-Kind-Dyaden mit Kindern im jungen Erwachsenenalter ( M = 22.2 Jahre) nahmen an einem strukturierten klinischen Interview teil. Zusammenhänge zwischen psychischen Störungen allgemein, depressiven und Angsterkrankungen der Mütter und Kinder wurden für Töchter und Söhne separat ermittelt, und das Risiko anhand von Odds Ratios bestimmt. Ergebnisse: Psychische Erkrankungen der Mütter waren ausschließlich bei Töchtern mit einem signifikant erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen assoziiert ( OR = 2.29). Mütterliche Angststörungen hingen mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen allgemein ( OR = 3.00) sowie Angststörungen ( OR = 2.27) bei Töchtern zusammen. Mütterliche depressive Erkrankungen waren weder bei Söhnen noch bei Töchtern mit erhöhten Risiken für psychische Erkrankungen assoziiert. Diskussion: Für Töchter psychisch kranker Mütter besteht gegenüber Söhnen ein deutlich größeres Risiko, selbst an einer psychischen Störung zu erkranken. Weitere Studien sind notwendig, um relevante Transmissionsmechanismen zu identifizieren, sowie die Transmission zwischen Vätern und ihren Kindern zu untersuchen.

Institutions

Publication Details

Journal
Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Published
2025-10-01
DOI
https://doi.org/10.1026/1616-3443/a000834
Primary Topic
Maternal Mental Health During Pregnancy and Postpartum
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
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Risikofaktor „Psychisch kranke Mutter“

Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Maternal Mental Health During Pregnancy and Postpartum
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Risikofaktor „Psychisch kranke Mutter“

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Abstract

Zusammenfassung: Theorie: Kinder psychisch kranker Eltern sind von einem erhöhten Risiko betroffen, selbst psychisch zu erkranken. Die Studienlage zur Geschlechtsspezifität dieses Risikos ist bislang uneinheitlich. Methode: N = 216 Mutter-Kind-Dyaden mit Kindern im jungen Erwachsenenalter ( M = 22.2 Jahre) nahmen an einem strukturierten klinischen Interview teil. Zusammenhänge zwischen psychischen Störungen allgemein, depressiven und Angsterkrankungen der Mütter und Kinder wurden für Töchter und Söhne separat ermittelt, und das Risiko anhand von Odds Ratios bestimmt. Ergebnisse: Psychische Erkrankungen der Mütter waren ausschließlich bei Töchtern mit einem signifikant erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen assoziiert ( OR = 2.29). Mütterliche Angststörungen hingen mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen allgemein ( OR = 3.00) sowie Angststörungen ( OR = 2.27) bei Töchtern zusammen. Mütterliche depressive Erkrankungen waren weder bei Söhnen noch bei Töchtern mit erhöhten Risiken für psychische Erkrankungen assoziiert. Diskussion: Für Töchter psychisch kranker Mütter besteht gegenüber Söhnen ein deutlich größeres Risiko, selbst an einer psychischen Störung zu erkranken. Weitere Studien sind notwendig, um relevante Transmissionsmechanismen zu identifizieren, sowie die Transmission zwischen Vätern und ihren Kindern zu untersuchen.

Zeitschrift für Klinische Psychologie und PsychotherapieVol. 54(4)
University of Kassel (DE), Institut für Psychologische Psychotherapie (DE), Technische Universität Braunschweig (DE)
Good health and well-being
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Maternal Mental Health During Pregnancy and Postpartum
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