Digitale Gesundheitsanwendungen für psychische Erkrankungen – Für wen und wann (nicht)?

Zusammenfassung: Theoretischer Hintergrund: Der Einsatz Digitaler Gesundheitsanwendungen für psychische Erkrankungen (PsyDiGA) wird kontrovers diskutiert. Fragestellung: Für wen und in welchem Behandlungskontext sind PsyDiGA (nicht) geeignet? Methode: Bundesweit niedergelassene Psychotherapeut_innen erhielten einen Fragebogen, der stratifiziert nach Verschreibungserfahrung mit PsyDiGA ausgewertet wurde. Zusätzlich analysierten wir leitfadenbasierte Interviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Ergebnisse: Es lagen 321 Fragebögen sowie 16 Interviews vor. PsyDiGA seien geeignet für Patient_innen mit eingeschränkter Mobilität und ungeeignet bei Personen älter als 65 Jahre. Die Befragten lehnten PsyDiGA als primäre Behandlungsmethode ab, während dem Einsatz zur Überbrückung von Wartezeiten mehrheitlich zugestimmt wurde. Psychotherapeut_innen mit und ohne Verschreibungserfahrung von PsyDiGA unterschieden sich zum Teil deutlich hinsichtlich ihres Antwortverhaltens. Aus den Interviews ergaben sich die Notwendigkeit von persönlichem Kontakt, die Berücksichtigung psychischer Belastung sowie Technikaffinität als Kriterien für (fehlende) Eignung. Schlussfolgerungen: Die Verschreibung von PsyDiGA scheint abhängig von der therapeutischen Orientierung sowie der Abwägung zwischen Notwendigkeit und Möglichkeiten zu persönlicher Kontaktaufnahme zu sein.

Institutions

Publication Details

Journal
Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Published
2025-10-01
DOI
https://doi.org/10.1026/1616-3443/a000835
Citations
1
Primary Topic
Digital Mental Health Interventions
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
1.54
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Digitale Gesundheitsanwendungen für psychische Erkrankungen – Für wen und wann (nicht)?

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Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Digital Mental Health Interventions
1.54
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Abstract

Zusammenfassung: Theoretischer Hintergrund: Der Einsatz Digitaler Gesundheitsanwendungen für psychische Erkrankungen (PsyDiGA) wird kontrovers diskutiert. Fragestellung: Für wen und in welchem Behandlungskontext sind PsyDiGA (nicht) geeignet? Methode: Bundesweit niedergelassene Psychotherapeut_innen erhielten einen Fragebogen, der stratifiziert nach Verschreibungserfahrung mit PsyDiGA ausgewertet wurde. Zusätzlich analysierten wir leitfadenbasierte Interviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Ergebnisse: Es lagen 321 Fragebögen sowie 16 Interviews vor. PsyDiGA seien geeignet für Patient_innen mit eingeschränkter Mobilität und ungeeignet bei Personen älter als 65 Jahre. Die Befragten lehnten PsyDiGA als primäre Behandlungsmethode ab, während dem Einsatz zur Überbrückung von Wartezeiten mehrheitlich zugestimmt wurde. Psychotherapeut_innen mit und ohne Verschreibungserfahrung von PsyDiGA unterschieden sich zum Teil deutlich hinsichtlich ihres Antwortverhaltens. Aus den Interviews ergaben sich die Notwendigkeit von persönlichem Kontakt, die Berücksichtigung psychischer Belastung sowie Technikaffinität als Kriterien für (fehlende) Eignung. Schlussfolgerungen: Die Verschreibung von PsyDiGA scheint abhängig von der therapeutischen Orientierung sowie der Abwägung zwischen Notwendigkeit und Möglichkeiten zu persönlicher Kontaktaufnahme zu sein.

Zeitschrift für Klinische Psychologie und PsychotherapieVol. 54(4)
Goethe University Frankfurt (DE), Institut für Medizinische Biometrie, Informatik und Epidemiologie (DE), Klinikum Aschaffenburg (DE), Klinik für Psychosomatik (DE), Universitätsmedizin Rostock (DE), Orthopädische Praxis (DE), University Hospital Carl Gustav Carus (DE), Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik (DE), Universität Trier (DE), Praxis (EE)
Openalex Percentile: Top 11%
Digital Mental Health Interventions
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