Islamisch-theologische Perspektiven zum <i>human flourishing</i>
Zusammenfassung Der Beitrag analysiert islamisch-theologische Perspektiven auf das human flourishing und deren Relevanz in modernen Gesellschaften. Er beginnt mit einer Betrachtung des guten Lebens in der antiken griechischen Philosophie, insbesondere des aristotelischen Konzepts der eudaimonia als erfülltes Leben in Gemeinschaft. Anschließend werden zeitgenössische Diskurse beleuchtet, die die individuelle Selbstverwirklichung mit gemeinschaftlichen Belangen in Einklang bringen. Im islamisch-theologischen Kontext wird human flourishing mit Begriffen wie saʿāda verbunden, wobei muslimische Denker griechische Ideen adaptieren. Der Koran wird als diskursive Kommunikationsstruktur hervorgehoben, die zu Erinnerung und Dialog anregt. Der Autor plädiert für eine Koranhermeneutik, die ethische Offenbarungsinhalte auf die Gegenwart überträgt. Verzicht und Selbstbegrenzung gelten dabei als Schlüssel zum Erreichen eines ausgewogenen Lebens. Abschließend wird eine islamisch-theologische Fürsprache formuliert, die eine nichtwertende Haltung gegenüber anderen Lebensweisen fordert und die individuelle Verantwortung für Mitgefühl, Gerechtigkeit und Solidarität betont. Human flourishing wird hier als ein dynamischer, vertrauensbasierter Prozess verstanden, der persönliche Autonomie und gemeinschaftliche Verantwortung miteinander verbindet.
Institutions
- Humboldt-Universität zu Berlin (DE)
Publication Details
- Journal
- Berliner Theologische Zeitschrift
- Published
- 2025-06-01
- DOI
- https://doi.org/10.1515/bthz-2025-0011
- Primary Topic
- Religion, Theology, and Education
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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