Die Schlichtung von Tarifverhandlungen: Potenziale und ordnungspolitische Ableitungen

Zusammenfassung Arbeitskämpfe verursachen negative externe Effekte. Daher stellt sich die Frage, ob und inwieweit sich diese durch Schlichtungen vermeiden ließen. Hierzu legt Hagen Lesch in diesem Beitrag eine quantitative und qualitative Untersuchung vor. Aus der Analyse von 408 Tarifkonflikten in 30 Tarifbereichen mit 55 Schlichtungen in den Jahren 2000 bis 2025 geht hervor, dass fast drei Viertel aller Schlichtungen erfolgreich waren. Das setzt allerdings die Wahl eines optimalen Zeitpunkts voraus, der vor, aber auch nach einem Arbeitskampf liegen kann. Dies bestätigen auch zehn leitfadengestützte Interviews mit Schlichtern. Die Befragten sind sich weitgehend einig, dass Schlichtern besonderes Vertrauen entgegengebracht wird und dass sie Prestigeverluste auffangen können, was zur Befriedung beiträgt. Aus den empirischen Befunden lässt sich folgern, dass tarifliche Schlichtungen Arbeitskämpfe vermeiden können – aber nicht zwangsläufig. Es fragt sich, ob in Branchen, die bisher keine Schlichtungsvereinbarungen getroffen haben, eine Nutzung dieses Instruments helfen könnte, Eskalationen in Tarifverhandlungen zu reduzieren.

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Publication Details

Journal
Perspektiven der Wirtschaftspolitik
Published
2025-12-11
DOI
https://doi.org/10.1515/pwp-2025-0024
Primary Topic
German Economic Analysis & Policies
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
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Die Schlichtung von Tarifverhandlungen: Potenziale und ordnungspolitische Ableitungen

Perspektiven der Wirtschaftspolitik
German Economic Analysis & Policies
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Die Schlichtung von Tarifverhandlungen: Potenziale und ordnungspolitische Ableitungen

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Abstract

Zusammenfassung Arbeitskämpfe verursachen negative externe Effekte. Daher stellt sich die Frage, ob und inwieweit sich diese durch Schlichtungen vermeiden ließen. Hierzu legt Hagen Lesch in diesem Beitrag eine quantitative und qualitative Untersuchung vor. Aus der Analyse von 408 Tarifkonflikten in 30 Tarifbereichen mit 55 Schlichtungen in den Jahren 2000 bis 2025 geht hervor, dass fast drei Viertel aller Schlichtungen erfolgreich waren. Das setzt allerdings die Wahl eines optimalen Zeitpunkts voraus, der vor, aber auch nach einem Arbeitskampf liegen kann. Dies bestätigen auch zehn leitfadengestützte Interviews mit Schlichtern. Die Befragten sind sich weitgehend einig, dass Schlichtern besonderes Vertrauen entgegengebracht wird und dass sie Prestigeverluste auffangen können, was zur Befriedung beiträgt. Aus den empirischen Befunden lässt sich folgern, dass tarifliche Schlichtungen Arbeitskämpfe vermeiden können – aber nicht zwangsläufig. Es fragt sich, ob in Branchen, die bisher keine Schlichtungsvereinbarungen getroffen haben, eine Nutzung dieses Instruments helfen könnte, Eskalationen in Tarifverhandlungen zu reduzieren.

Perspektiven der WirtschaftspolitikVol. 26(4)
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