Essays on Accounting

Diese Dissertation untersucht die Offenlegung von Rechnungslegungsdaten durch Unternehmen und besteht aus drei eigenständigen Beiträgen. Der erste Beitrag liefert globale Evidenz zur Verfügbarkeit von Jahresabschlüssen privater Unternehmen. Auf Basis von Daten aus Moodys Orbis-Datenbank identifizieren wir 242.939.807 private Unternehmen in 174 Ländern, von denen 8,41% für das Geschäftsjahr 2021 einen Jahresabschluss offenlegen. Die Offenlegungsquoten variieren stark nach Rechtskreis und reichen von 4,24% in Common-Law-Ländern bis zu 19,36% in Ländern mit sozialistischer Rechtstradition. Der zweite Beitrag untersucht, wie private Kapitalgesellschaften auf Offenlegungspflichten reagieren. Frühere Studien deuten darauf hin, dass diese Unternehmen Offenlegung häufig als belastend empfinden und versuchen, sie zu vermeiden. Dieser Beitrag geht der Frage nach, ob Schwellenwerte für reduzierte Offenlegungspflichten Unternehmen dazu anreizen, sich in mehrere kleinere Einheiten umzustrukturieren, die jeweils unterhalb des relevanten Schwellenwerts bleiben. Evidenz aus Orbis, ergänzt durch Interviews mit Steuerberatern, bestätigt, dass solche strategischen Umstrukturierungen tatsächlich eine häufige Reaktion darstellen. Der dritte Beitrag befasst sich mit der Frage, wie die Folgen von Offenlegungsregulierungen in der Forschung wirksamer untersucht werden können. Wir zeigen, dass der tatsächliche Einfluss solcher Regulierungen auf das Offenlegungsverhalten stark variiert und dass die Berücksichtigung dieser Variation entscheidend für kausale Schlussfolgerungen ist. Wir demonstrieren, dass die Einbeziehung der Offenlegungsintensität als erste Stufe in einem instrumentierten Difference-in-Differences-Design die Teststärke erhöht, Verzerrungen durch heterogene Umsetzung reduziert und die Trennung von direkten und indirekten Offenlegungseffekten ermöglicht.

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2025-12-09
DOI
https://doi.org/10.18452/35632
Primary Topic
Auditing, Earnings Management, Governance
Type
article
Field-Weighted Citation Impact
0.00
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Essays on Accounting

edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Auditing, Earnings Management, Governance
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Abstract

Diese Dissertation untersucht die Offenlegung von Rechnungslegungsdaten durch Unternehmen und besteht aus drei eigenständigen Beiträgen. Der erste Beitrag liefert globale Evidenz zur Verfügbarkeit von Jahresabschlüssen privater Unternehmen. Auf Basis von Daten aus Moodys Orbis-Datenbank identifizieren wir 242.939.807 private Unternehmen in 174 Ländern, von denen 8,41% für das Geschäftsjahr 2021 einen Jahresabschluss offenlegen. Die Offenlegungsquoten variieren stark nach Rechtskreis und reichen von 4,24% in Common-Law-Ländern bis zu 19,36% in Ländern mit sozialistischer Rechtstradition. Der zweite Beitrag untersucht, wie private Kapitalgesellschaften auf Offenlegungspflichten reagieren. Frühere Studien deuten darauf hin, dass diese Unternehmen Offenlegung häufig als belastend empfinden und versuchen, sie zu vermeiden. Dieser Beitrag geht der Frage nach, ob Schwellenwerte für reduzierte Offenlegungspflichten Unternehmen dazu anreizen, sich in mehrere kleinere Einheiten umzustrukturieren, die jeweils unterhalb des relevanten Schwellenwerts bleiben. Evidenz aus Orbis, ergänzt durch Interviews mit Steuerberatern, bestätigt, dass solche strategischen Umstrukturierungen tatsächlich eine häufige Reaktion darstellen. Der dritte Beitrag befasst sich mit der Frage, wie die Folgen von Offenlegungsregulierungen in der Forschung wirksamer untersucht werden können. Wir zeigen, dass der tatsächliche Einfluss solcher Regulierungen auf das Offenlegungsverhalten stark variiert und dass die Berücksichtigung dieser Variation entscheidend für kausale Schlussfolgerungen ist. Wir demonstrieren, dass die Einbeziehung der Offenlegungsintensität als erste Stufe in einem instrumentierten Difference-in-Differences-Design die Teststärke erhöht, Verzerrungen durch heterogene Umsetzung reduziert und die Trennung von direkten und indirekten Offenlegungseffekten ermöglicht.

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