Methodologisches zum Einfluss der Kursive auf die Entwicklung der Hieroglyphenschrift: Einige Fallstudien aus dem späten 3. Jahrtausend v. Chr.
Die Verwendung verschiedener Schriftarten ist ein zentrales Charakteristikum des altägyptischen Schriftsystems. Es kann als skalares System beschrieben werden, dessen zwei formelle Pole die administrative Tachygraphie und die detaillierten Hieroglyphenschrift monumentaler Inschriften von hoher epigraphischer Qualität bilden (siehe Fischer 1976, 41, fig. 4). Im aktuellen ägyptologischen Diskurs stehen vor allem kontextgebundene und materialspezifische Phänomene der Schriftverwendung im Vordergrund, etwa jüngst die „graphischen Register“ (Albert & Ragazzoli 2025). Mein Beitrag zum vorliegenden Workshop wirft einen breiteren schriftlinguistischen Blick auf die Beziehung zwischen Kursivschrift und hieroglyphischer Monumentalschrift in der zweiten Hälfte des 3. Jhts. v. Chr. Ziel des Vortrages ist es ein Erklärungsmodel für den paläographischen Wandel von Hieroglyphenzeichen zur Diskussion zu stellen und aufzuzeigen, dass der Einfluss kursivschriftlicher Konventionen dabei eine wesentliche Rolle spielt. Vorgestellt wir ein Potpourri aus kleineren Fallstudien zur Formentwicklung von unterschiedlichen Graphemen im späten Alten Reich und der Ersten Zwischenzeit, die sich qualitativer, quantitativer, und systemtheoretischer Methoden bedienen.
Publication Details
- Journal
- Open Repository and Bibliography (University of Liège)
- Published
- 2025-11-02
- Primary Topic
- Ancient Egypt and Archaeology
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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