Die Schweizer Holzressourcen im Wandel: Trends aus 40 Jahren LFI

Das Schweizerische Landesforstinventar (LFI) mit seiner fast 40-jährigen Messreihe erfasst repräsentative Daten über den Schweizer Wald. Seit 1983 erhebt es gut 6600 permanente Probeflächen und über 80 000 Bäume auf einem regelmässigen Netz. Wir nutzen die im Mai 2023 veröffentlichten Zwischenresultate zur fünften Inventur (LFI5; Erhebungen 2018/2022, d.h. fünf von neun Messjahren), um die langfristigen Trends bezüglich Vorrat, Zuwachs, Nutzung und Mortalität über alle Inventuren hinweg für die Schweiz und die biogeografischen Regionen darzustellen. Schweizweit nahm der Holzvorrat vom LFI1 (1983/1985) zum LFI4 (2009/2017) stetig zu, wobei ein Trend hin zu mehr Laubholz zu beobachten war. Seither blieb der Vorrat in etwa konstant bei 420 ±5 Mio. m3. Die Hälfte dieses Vorrats steht in den biogeografischen Regionen Mittelland und Alpennordflanke. Seit dem LFI2 (1993/1995) nimmt der Vorrat in der biogeografischen Region Mittelland ab und in fast allen anderen Regionen konstant zu. Eine Ausnahme bildet die Region Jura, wo die Resultate des LFI4 und die Zwischenresultate des LFI5 erstmals einen deutlichen Vorratsrückgang und einen entsprechenden Anstieg der Mortalität (im LFI: Schaftholzvolumen der Bäume, die zwischen zwei Inventuren natürlicherweise abgestorben oder verschwunden sind, aber nicht forstlich genutzt wurden) nachweisen. Während die forstlichen Nutzungsmengen seit dem LFI1 schweizweit relativ konstant bei 7–7.5 Mio. m3 pro Jahr lagen, variierte die Mortalität stark, sowohl in den biogeografischen Regionen als auch über die Zeit. Wegen der Winterstürme von 1999/2000, der Trockenjahre ab 2018 und der darauffolgenden Käferschäden waren sowohl zwischen LFI2 und LFI3 als auch zwischen LFI4 und LFI5 30–40% der Nutzungen Zwangsnutzungen. Dieses Monitoring dient als Grundlage für eine dem Klimawandel angepasste Waldbewirtschaftung. Das LFI ist somit eine wichtige Datengrundlage für Wissenschaft, Politik, Waldbesitzende, Industrie und Behörden.

Publication Details

Journal
Schweizerische Zeitschrift fur Forstwesen
Published
2025-09-01
DOI
https://doi.org/10.3188/szf.2025.0244
Primary Topic
Forest Ecology and Biodiversity Studies
Type
article
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Die Schweizer Holzressourcen im Wandel: Trends aus 40 Jahren LFI

Schweizerische Zeitschrift fur Forstwesen
Forest Ecology and Biodiversity Studies
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Die Schweizer Holzressourcen im Wandel: Trends aus 40 Jahren LFI

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Abstract

Das Schweizerische Landesforstinventar (LFI) mit seiner fast 40-jährigen Messreihe erfasst repräsentative Daten über den Schweizer Wald. Seit 1983 erhebt es gut 6600 permanente Probeflächen und über 80 000 Bäume auf einem regelmässigen Netz. Wir nutzen die im Mai 2023 veröffentlichten Zwischenresultate zur fünften Inventur (LFI5; Erhebungen 2018/2022, d.h. fünf von neun Messjahren), um die langfristigen Trends bezüglich Vorrat, Zuwachs, Nutzung und Mortalität über alle Inventuren hinweg für die Schweiz und die biogeografischen Regionen darzustellen. Schweizweit nahm der Holzvorrat vom LFI1 (1983/1985) zum LFI4 (2009/2017) stetig zu, wobei ein Trend hin zu mehr Laubholz zu beobachten war. Seither blieb der Vorrat in etwa konstant bei 420 ±5 Mio. m3. Die Hälfte dieses Vorrats steht in den biogeografischen Regionen Mittelland und Alpennordflanke. Seit dem LFI2 (1993/1995) nimmt der Vorrat in der biogeografischen Region Mittelland ab und in fast allen anderen Regionen konstant zu. Eine Ausnahme bildet die Region Jura, wo die Resultate des LFI4 und die Zwischenresultate des LFI5 erstmals einen deutlichen Vorratsrückgang und einen entsprechenden Anstieg der Mortalität (im LFI: Schaftholzvolumen der Bäume, die zwischen zwei Inventuren natürlicherweise abgestorben oder verschwunden sind, aber nicht forstlich genutzt wurden) nachweisen. Während die forstlichen Nutzungsmengen seit dem LFI1 schweizweit relativ konstant bei 7–7.5 Mio. m3 pro Jahr lagen, variierte die Mortalität stark, sowohl in den biogeografischen Regionen als auch über die Zeit. Wegen der Winterstürme von 1999/2000, der Trockenjahre ab 2018 und der darauffolgenden Käferschäden waren sowohl zwischen LFI2 und LFI3 als auch zwischen LFI4 und LFI5 30–40% der Nutzungen Zwangsnutzungen. Dieses Monitoring dient als Grundlage für eine dem Klimawandel angepasste Waldbewirtschaftung. Das LFI ist somit eine wichtige Datengrundlage für Wissenschaft, Politik, Waldbesitzende, Industrie und Behörden.

Schweizerische Zeitschrift fur ForstwesenVol. 176(5)
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