Mental Health Implications of the COVID-19 Pandemic: Impact on High-Risk Groups and Efficacy of a Psychological Intervention

Die COVID-19-Pandemie führte durch anhaltende Stressoren – etwa soziale Isolation, wirtschaftliche Unsicherheit und unterbrochene Routinen – zu erheblichen psychischen Belastungen. Aufbauend auf einem erweiterten Diathese–Stress-Modell untersucht diese Dissertation die Auswirkungen pandemiebedingter Stressoren auf vulnerable Gruppen und evaluiert eine gestufte Präventionsintervention zur Abmilderung psychischer Belastungen. Studie 1 zeigte bei 47 Patient:innen mit Angststörungen signifikante Zunahmen unspezifischer Ängste, Paniksymptome und spezifischer Phobien, während soziale Ängste stabil blieben. Wirtschaftliche Instabilität, familiäre Belastungen und Tätigkeiten im Gesundheitswesen erwiesen sich als Risikofaktoren, sinnstiftende Beschäftigung und der Status geschieden/getrennt als protektiv. Studie 2 entwickelte das methodische Fundament einer prospektiven Langzeituntersuchung über bis zu 24 Monate mit wiederholten Erhebungen psychischer Belastung, Lebensqualität und Haarkortisol. Der Stepped-Care-Ansatz umfasst eine vierwöchige, kognitiv-verhaltenstherapeutische Chatbot-Intervention („Aury“) sowie eine anschließende sechswöchige Online-Gruppenintervention für Personen mit fortbestehender Symptomatik. Studie 3 untersuchte 1.269 Erwachsene, die während der Pandemie digitale Unterstützung suchten. Diese überwiegend junge, weibliche und hochgebildete Gruppe zeigte hohe psychische Belastung; stärkere Stressoren und Vorerkrankungen gingen mit höherer Symptomschwere einher, während adaptive Emotionsregulation protektiv wirkte. Studie 4 zeigte nach Abschluss von „Aury“ (n = 142) und der Gruppenintervention (n = 41) deutliche Reduktionen von Depressions-, Angst- und Somatisierungssymptomen, die auch nach sechs Monaten anhielten. Insgesamt bestätigen die Befunde das erweiterte Diathese–Stress-Modell und belegen, dass digitale Stepped-Care-Interventionen wirksame und nachhaltige Strategien zur psychischen Gesundheitsförderung in Krisenzeiten darstellen.

Publication Details

Journal
edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
Published
2025-12-08
DOI
https://doi.org/10.18452/35339
Primary Topic
COVID-19 and Mental Health
Type
article
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Mental Health Implications of the COVID-19 Pandemic: Impact on High-Risk Groups and Efficacy of a Psychological Intervention

edoc Publication server (Humboldt University of Berlin)
COVID-19 and Mental Health
article

Mental Health Implications of the COVID-19 Pandemic: Impact on High-Risk Groups and Efficacy of a Psychological Intervention

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Abstract

Die COVID-19-Pandemie führte durch anhaltende Stressoren – etwa soziale Isolation, wirtschaftliche Unsicherheit und unterbrochene Routinen – zu erheblichen psychischen Belastungen. Aufbauend auf einem erweiterten Diathese–Stress-Modell untersucht diese Dissertation die Auswirkungen pandemiebedingter Stressoren auf vulnerable Gruppen und evaluiert eine gestufte Präventionsintervention zur Abmilderung psychischer Belastungen. Studie 1 zeigte bei 47 Patient:innen mit Angststörungen signifikante Zunahmen unspezifischer Ängste, Paniksymptome und spezifischer Phobien, während soziale Ängste stabil blieben. Wirtschaftliche Instabilität, familiäre Belastungen und Tätigkeiten im Gesundheitswesen erwiesen sich als Risikofaktoren, sinnstiftende Beschäftigung und der Status geschieden/getrennt als protektiv. Studie 2 entwickelte das methodische Fundament einer prospektiven Langzeituntersuchung über bis zu 24 Monate mit wiederholten Erhebungen psychischer Belastung, Lebensqualität und Haarkortisol. Der Stepped-Care-Ansatz umfasst eine vierwöchige, kognitiv-verhaltenstherapeutische Chatbot-Intervention („Aury“) sowie eine anschließende sechswöchige Online-Gruppenintervention für Personen mit fortbestehender Symptomatik. Studie 3 untersuchte 1.269 Erwachsene, die während der Pandemie digitale Unterstützung suchten. Diese überwiegend junge, weibliche und hochgebildete Gruppe zeigte hohe psychische Belastung; stärkere Stressoren und Vorerkrankungen gingen mit höherer Symptomschwere einher, während adaptive Emotionsregulation protektiv wirkte. Studie 4 zeigte nach Abschluss von „Aury“ (n = 142) und der Gruppenintervention (n = 41) deutliche Reduktionen von Depressions-, Angst- und Somatisierungssymptomen, die auch nach sechs Monaten anhielten. Insgesamt bestätigen die Befunde das erweiterte Diathese–Stress-Modell und belegen, dass digitale Stepped-Care-Interventionen wirksame und nachhaltige Strategien zur psychischen Gesundheitsförderung in Krisenzeiten darstellen.

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