Modulartransfer reinforcement learning in industrial robotics

Diese Dissertation trägt wesentlich zum Bereich des modularen Transfer Reinforcement Learning (TRL) im Kontext der Industrierobotik bei. Sie befasst sich systematisch mit der Problematik der Dateneffizienz und Transferierbarkeit von Deep Reinforcement Learning (DRL) in der Industrierobotik. Da monolithische end-to-end DRL-Ansätze hohe Datenanforderungen haben und es an Interpretierbarkeit und Übertragbarkeit mangelt, wird in der Dissertation eine modulare Entscheidungspipeline vorgeschlagen und validiert. Diese Pipeline unterteilt die Robotersteuerung in vier Phasen, die verschiedene Aspekte des Entscheidungsprozesses abdecken: Wahrnehmung, Planung, Ausführung und Steuerung. Die Beiträge dieser Dissertation sind nach diesen vier Phasen gegliedert.Die Arbeit befasst sich zunächst mit der Anpassung von diskretem DRL für Robotikanwendungen, indem ein asynchroner DRL-Ansatz und kontinuierliche, glatte Aktionsräume mittels Bézier-Kurven entwickelt werden. Dies ermöglicht eine ruckfreie Robotersteuerung und reduziert die mechanische Belastung sowie die Ausführungszeit. Darüber hinaus wird die Vorhersage zukünftiger visueller Zustände mit generativen Modellen erforscht. Für das Wahrnehmungsmodul wird in dieser Arbeit eine semi-überwachte Lernstrategie eingeführt, die Autoencodermodelle verwendet, um hochdimensionale Bildzustände zu komprimieren, um kombiniert mit Domänenwissen in Form von Segmentierungskarten latente Repräsentationen zu extrahieren, welche von einem DRL-Agenten genutzt werden können. Das Modul wird vollständig in der Simulation mit Domain Randomization trainiert und benötigt nur ein einziges annotiertes reales Bild, um einen Zero-Shot-Transfer in die reale Welt zu erreichen.Darüber hinaus werden wesentliche Beiträge zur Strukturausnutzung in Roboterbewegungen für TRL erbracht. Es wird gezeigt, dass hierarchisches Reinforcement Learning (HRL) modulare, aufgabenunabhängige Verhaltensstrategien auf unteren Ebenen erlernt, die sich auf neue Aufgaben übertragen lassen. Zusätzlich wird das Konzept der „Montage durch Demontage“ im Kontext von TRL beleuchtet. Basierend auf der Erkenntnis, dass das Erlernen einer Demontageaufgabe aufgrund einer stärkeren Eingrenzung meist einfacher ist als die eigentliche Montageaufgabe, wird in dieser Arbeit eine Strategie vorgeschlagen, bei der zunächst die Demontageaufgabe gelöst und anschließend die invertierten Trajektorien zum Vortraining eines Montageagenten verwendet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass mit dieser Strategie eine Montageaufgabe erfolgreich gelöst wird, bei der ein direkter DRL-Ansatz versagt. Schließlich wird in dieser Arbeit ein roboterübergreifender Imitationsansatz vorgestellt, bei dem Trajektorien zwischen Robotern unterschiedlicher Morphologie unter Verwendung expliziter Vorwärts- und Rückwärtskinematiken und Embodiment-Metriken übertragen werden. Es wird gezeigt, dass die übertragenen Demonstrationen für ein effektives Vortraining genutzt werden können.Diese Beiträge werden anhand von drei repräsentativen Fallbeispielen evaluiert: dem akademischen Wire-Loop-Spiel, einem visuell gesteuerten Objekt-Picking-Szenario und einer industriellen Montageaufgabe für Flugzeug-Clips. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass modulares TRL eine effizientere, leistungsfähigere und besser wartbare Automatisierung in der Industrierobotik ermöglicht. Die Dissertation schließt mit einer kritischen Würdigung, die aus den Ergebnissen Schlüsse für zukünftige Forschungsansätze hinsichtlich modularer und transferierbarer KI in industriellen Robotikanwendungen zieht.

Publication Details

Journal
Bergische Universität Wuppertal
Published
2025-10-31
DOI
https://doi.org/10.25926/buw/0-910
Primary Topic
Reinforcement Learning in Robotics
Type
article
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Modulartransfer reinforcement learning in industrial robotics

Bergische Universität Wuppertal
Reinforcement Learning in Robotics
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Modulartransfer reinforcement learning in industrial robotics

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Abstract

Diese Dissertation trägt wesentlich zum Bereich des modularen Transfer Reinforcement Learning (TRL) im Kontext der Industrierobotik bei. Sie befasst sich systematisch mit der Problematik der Dateneffizienz und Transferierbarkeit von Deep Reinforcement Learning (DRL) in der Industrierobotik. Da monolithische end-to-end DRL-Ansätze hohe Datenanforderungen haben und es an Interpretierbarkeit und Übertragbarkeit mangelt, wird in der Dissertation eine modulare Entscheidungspipeline vorgeschlagen und validiert. Diese Pipeline unterteilt die Robotersteuerung in vier Phasen, die verschiedene Aspekte des Entscheidungsprozesses abdecken: Wahrnehmung, Planung, Ausführung und Steuerung. Die Beiträge dieser Dissertation sind nach diesen vier Phasen gegliedert.Die Arbeit befasst sich zunächst mit der Anpassung von diskretem DRL für Robotikanwendungen, indem ein asynchroner DRL-Ansatz und kontinuierliche, glatte Aktionsräume mittels Bézier-Kurven entwickelt werden. Dies ermöglicht eine ruckfreie Robotersteuerung und reduziert die mechanische Belastung sowie die Ausführungszeit. Darüber hinaus wird die Vorhersage zukünftiger visueller Zustände mit generativen Modellen erforscht. Für das Wahrnehmungsmodul wird in dieser Arbeit eine semi-überwachte Lernstrategie eingeführt, die Autoencodermodelle verwendet, um hochdimensionale Bildzustände zu komprimieren, um kombiniert mit Domänenwissen in Form von Segmentierungskarten latente Repräsentationen zu extrahieren, welche von einem DRL-Agenten genutzt werden können. Das Modul wird vollständig in der Simulation mit Domain Randomization trainiert und benötigt nur ein einziges annotiertes reales Bild, um einen Zero-Shot-Transfer in die reale Welt zu erreichen.Darüber hinaus werden wesentliche Beiträge zur Strukturausnutzung in Roboterbewegungen für TRL erbracht. Es wird gezeigt, dass hierarchisches Reinforcement Learning (HRL) modulare, aufgabenunabhängige Verhaltensstrategien auf unteren Ebenen erlernt, die sich auf neue Aufgaben übertragen lassen. Zusätzlich wird das Konzept der „Montage durch Demontage“ im Kontext von TRL beleuchtet. Basierend auf der Erkenntnis, dass das Erlernen einer Demontageaufgabe aufgrund einer stärkeren Eingrenzung meist einfacher ist als die eigentliche Montageaufgabe, wird in dieser Arbeit eine Strategie vorgeschlagen, bei der zunächst die Demontageaufgabe gelöst und anschließend die invertierten Trajektorien zum Vortraining eines Montageagenten verwendet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass mit dieser Strategie eine Montageaufgabe erfolgreich gelöst wird, bei der ein direkter DRL-Ansatz versagt. Schließlich wird in dieser Arbeit ein roboterübergreifender Imitationsansatz vorgestellt, bei dem Trajektorien zwischen Robotern unterschiedlicher Morphologie unter Verwendung expliziter Vorwärts- und Rückwärtskinematiken und Embodiment-Metriken übertragen werden. Es wird gezeigt, dass die übertragenen Demonstrationen für ein effektives Vortraining genutzt werden können.Diese Beiträge werden anhand von drei repräsentativen Fallbeispielen evaluiert: dem akademischen Wire-Loop-Spiel, einem visuell gesteuerten Objekt-Picking-Szenario und einer industriellen Montageaufgabe für Flugzeug-Clips. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass modulares TRL eine effizientere, leistungsfähigere und besser wartbare Automatisierung in der Industrierobotik ermöglicht. Die Dissertation schließt mit einer kritischen Würdigung, die aus den Ergebnissen Schlüsse für zukünftige Forschungsansätze hinsichtlich modularer und transferierbarer KI in industriellen Robotikanwendungen zieht.

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