Professionsgetriebene Digitalisierung
Zusammenfassung Digitalisierungsinitiativen zielen oft auf die Transformation und Optimierung von Prozessen, Strukturen und Praktiken. Zunehmend engagieren sich nicht nur Programmierer:innen und Entwickler:innen, sondern auch Professionelle für die Digitalisierung ihrer Handlungsfelder und entwickeln Softwarelösungen. Der vorliegende Beitrag untersucht ein solches Digitalisierungsprojekt: die Entwicklung einer Software für die Kinder- und Jugendhilfe. Die Ergebnisse der ethnografischen Studie zeigen, dass sich trotz dieser Konstellation professionelle Erwartungskomplexe nicht dominant in der Softwaregestaltung niederschlagen. Vielmehr prägen neben professionellen Erwartungskomplexen zugleich auch solche die Softwareentwicklung, die eher organisational geprägt sind oder auf veränderte gesellschaftliche Erwartungen digitaler Kommunikation zurückgehen. Die Ergebnisse deuten empirisch auf die Komplexität und Heterogenität von Digitalisierungsinitiativen hin, selbst wenn diese stark durch Professionen strukturiert sind. Sie lassen sich nicht auf einen einfachen Nenner wie den der Re- oder Deprofessionalisierung bringen und markieren damit zugleich konzeptuelle Herausforderungen für die Analyse des Verhältnisses von Organisation, Profession und digitalen Technologien.
Institutions
- Leibniz University Hannover (DE)
Publication Details
- Journal
- Arbeit
- Published
- 2025-09-01
- DOI
- https://doi.org/10.1515/arbeit-2025-0011
- Primary Topic
- Corporate Management and Leadership
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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