Neue Perspektiven auf die Organisation der Beratung arbeitsmarktferner Arbeitsloser
Zusammenfassung Das Zusammenspiel aus aktivierender Arbeitsmarktpolitik, managerialer Zielsteuerung sowie Vermittlungs- und Beratungsarbeit ist ein Schwerpunkt der Forschung zur Arbeitsverwaltung und Beratung Arbeitsloser. Zumeist wird dabei die Ebene der Interaktion zwischen Fachkräften und Arbeitslosen fokussiert. Vernachlässigt wird hingegen die Rolle mittlerer Führungskräfte, die in einer „Sandwich-Position“ zwischen der oberen Leitungsebene und den Fachkräften agieren. Sie sind AdressatInnen unterschiedlicher und mitunter widersprüchlicher Anforderungen und Erwartungen, die sich aus dem institutionellen Auftrag, den Organisationsvorgaben und der Beratungspraxis ergeben. Über die Aneignung und Ausübung der Rollen sowie die Konfliktbearbeitung mittlerer Führungskräfte der Arbeitsverwaltung ist bislang wenig bekannt. Am Beispiel von Teamleitungen einer spezialisierten Beratungsdienstleistung für arbeitsmarktferne Arbeitslose im SGB III, INGA, trägt diese Studie zur Schließung dieser Forschungslücke bei. Mittels fallrekonstruktiver Analysen wird gezeigt, dass die Teamleitungen ähnlich wie die Beratungsfachkräfte mit dem Grundkonflikt zwischen Beratungspraxis und Kennziffernerfüllung konfrontiert sind. Ihre Aufgabe konzentriert sich dabei primär auf die Vermittlung zwischen den Ebenen der Beratungspraxis und der übergeordneten Steuerung. Anhand von zwei kontrastiven Fällen wird gezeigt, wie unterschiedlich sich die Teamleitungen diese Aufgabe aneignen und mit der „Sandwichposition“ umgehen. Die Ansätze sind jeweils in sich schlüssig und durch berufliche Prägungen der Teamleitungen beeinflusst.
Institutions
- ISG Institute for Social Research (DE)
Publication Details
- Journal
- Arbeit
- Published
- 2025-09-01
- DOI
- https://doi.org/10.1515/arbeit-2025-0012
- Primary Topic
- Corporate Management and Leadership
- Type
- article
- Field-Weighted Citation Impact
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